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Zu Fuß in Richtung Österreich
International 12 2 Min. 10.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Ungarn

Zu Fuß in Richtung Österreich

International 12 2 Min. 10.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Ungarn

Zu Fuß in Richtung Österreich

Der Zugverkehr zwischen Österreich und Ungarn ist am Donnerstag eingestellt worden. In Budapest drängten trotzdem Hunderte geflüchtete Menschen in die Züge Richtung Westgrenze.

(dpa) - Mit der Sperrung des Bahnverkehrs zwischen Österreich und Ungarn hat sich die Flüchtlingskrise in Südosteuropa wieder verschärft. Wegen des Andrangs aus Ungarn und des damit verbundenen Sicherheitsrisikos stellte die österreichische Bahn ÖBB den Zugverkehr in beide Richtungen vorübergehend ein. In Budapest drängten trotzdem Hunderte geflüchtete Menschen in die Züge Richtung Westgrenze.

Ungarns Regierung will am kommenden Dienstag über die Ausrufung des Krisenfalls entscheiden. Das kündigte Janos Lazar, Kanzleichef von Ministerpräsident Viktor Orban, in Budapest an. Am selben Tag tritt auch ein neues Gesetz in Kraft, wonach illegaler Grenzübertritt in Ungarn als Straftat gilt. Bislang ist er nur eine Ordnungswidrigkeit. 

Auf der Balkan-Route reisen Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens seit Monaten in großer Zahl weiter nach Ungarn. Sie sollen im Lager Röszke nahe der serbischen Grenze eigentlich registriert werden, verweigern sich aber, weil sie danach zunächst in Ungarn bleiben müssten. Deshalb kam es wiederholt zu Tumulten und Konflikten zwischen Flüchtlingen und Polizei.

Nach Angaben der Polizei stieg die Zahl der aus Ungarn kommenden Flüchtlinge am Donnerstag in Österreich wieder an. Tagsüber passierten demnach auch etwa 1000 Menschen zu Fuß die ungarisch-österreichische Grenze.

6.000 Migranten in 24 Stunden in München

Nahe des Wiener Westbahnhofs wurde unter anderem ein Aufnahmelager mit rund 600 Betten eingerichtet. Wien liegt an der Hauptflüchtlingsroute von Ungarn in Richtung Deutschland.

Angesichts der dramatischen Zustände hat Deutschland seit dem Wochenende Tausende Flüchtlinge aufgenommen, die zuvor in Ungarn festsaßen. Und noch immer kommen viele Flüchtlinge nach München. Die Regierung von Oberbayern ging am Donnerstag von bis zu 6000 innerhalb von 24 Stunden aus. Die Zahl der Migranten, die seit Samstag in der Landeshauptstadt eintrafen, stieg damit auf rund 40.000.

Flüchtlinge wollen nicht in Dänemark aussteigen

Am Mittwoch war auch der Zugverkehr von Deutschland nach Dänemark gestoppt, tags darauf aber wieder aufgenommen worden. Der Reiseverkehr zwischen beiden Ländern normalisierte sich am Donnerstag wieder weitgehend. Kein Weiterkommen gab es jedoch auf der sogenannten Vogelfluglinie.

Die Bahnen könnten nicht auf die Fähren von Puttgarden nach Rødby auf der Insel Lolland fahren, weil die dänische Bahngesellschaft DSB der Deutschen Bahn die Züge nicht abnehme, sagte eine Bahnsprecherin. Dort waren am Mittwoch Hunderte Menschen angekommen. Viele hatten sich geweigert, die Züge zu verlassen, um nicht in Dänemark registriert zu werden. Die meisten wollten weiter nach Schweden. Dänemark hatte die Hilfen für anerkannte Flüchtlinge zum 1. September zum Teil um die Hälfte gekürzt - mit dem Ziel, Asylbewerber fernzuhalten.

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