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Zollstreit: Chinas Premier wirbt für Freihandel
International 19.09.2018

Zollstreit: Chinas Premier wirbt für Freihandel

US-Präsident Trump hat den Handelskonflikt mit China dramatisch verschärft. Chinas Regierungschef hält sich mit direkter Kritik zurück - und umwirbt internationale Investoren.



(FILES) In this file photo taken on September 11, 2018 US President Donald Trump speaks to members of the press following a briefing on Hurricane Florence in the Oval Office at the White House in Washington, DC. - US President Donald Trump has decided to impose tariffs on $200 billion in Chinese imports and could make the announcement in the coming days, US media reported September 15, 2018. Citing anonymous sources, The Washington Post and The Wall Street Journal reported that the tariffs would be set at 10 percent. (Photo by ZACH GIBSON / AFP)
Handelsstreit mit China: Trump verhängt neue Milliardenzölle
Im bisher größten Schritt seiner Zollkampagne belegt Donald Trump China-Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit Extrazöllen. Auch Firmen in Europa fürchten dadurch große Auswirkungen auf ihr Geschäft.

(dpa) - Vor dem Hintergrund des Handelsstreits mit den USA hat Chinas Premierminister Li Keqiang den globalen Freihandel verteidigt. „Es ist wichtig, dass wir die Grundprinzipien des Multilateralismus und des Freihandels aufrechterhalten“, sagte er am Mittwoch auf dem „Sommer-Davos“ genannten Weltwirtschaftsforum in Tianjin. Ohne den sich zuspitzenden Handelskonflikt seines Landes mit den USA direkt anzusprechen, sagte Li, dass Streitigkeiten durch Gespräche gelöst werden müssten. Die Abschottung einzelner Staaten sei keine Lösung.

 Li Keqiang verteidigte am Mittwoch den Freihandel.
Li Keqiang verteidigte am Mittwoch den Freihandel.
Kay Nietfeld/dpa

Mit seiner Rede umwarb der chinesische Premier die Investoren und andere Teilnehmer des jährlichen Treffens, das zum zwölften Mal in China stattfindet. Er versicherte den Anwesenden, dass sein Land die Öffnung seiner Wirtschaft „mit größerer Geschwindigkeit“ fortsetzen und Hürden für ausländische Firmen reduzieren werde. Zudem werde China das durchschnittliche Zollniveau weiter senken.

Li machte seine Bemerkungen nur Stunden später, nachdem der Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt eine neue Eskalationsstufe erreicht hatte. US-Präsident Donald Trump hatte den Konflikt durch neue Sonderzölle auf China-Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar befeuert. Das Handelsministerium in Peking reagierte umgehend und kündigte Vergeltung an.


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So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar mit Extrazöllen belegt werden. China kann Vergeltung mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA allerdings nur begrenzt üben, weil das Land deutlich weniger Waren aus den Vereinigten Staaten einführt als andersherum.


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