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Zitate zur britischen EU-Austrittserklärung: "Danke und Goodbye"
International 2 Min. 29.03.2017

Zitate zur britischen EU-Austrittserklärung: "Danke und Goodbye"

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Neun Monate nach dem Brexit-Referendum haben die Briten die offizielle EU-Austrittserklärung vorgelegt. Von jetzt an tickt am Verhandlungstisch die Uhr. Und schon geht auch der Scheidungskrieg los ...

(dpa) - Großbritannien hat am Mittwoch offiziell die Scheidung von der Europäischen Union eingereicht. Das bestätigte Premierministerin Theresa May am Mittwoch im Parlament in London.

Sehen Sie hier den kompletten Brief aus London:

Fast zeitgleich überreichte der britische EU-Botschafter Tim Barrow ein entsprechendes Schreiben in Brüssel. EU-Ratspräsident Donald Tusk teilte auf Twitter in Brüssel mit, die Union habe den Brief erhalten. „Nach neun Monaten hat Großbritannien geliefert.“ und gleich darauf hat er in Brüssel folgende Worte gefunden:

„Was kann ich noch sagen? Wir vermissen euch jetzt schon. Danke und Good Bye!"

Erste Trennungsforderungen

Spitzenvertreter des Europaparlaments haben sich wenige Stunden nach dem Eintreffen des Brexit-Antrags auf Forderungen für die nun beginnenden Verhandlungen geeinigt. In einem zehnseitigen Resolutionsentwurf machen die Fraktionschefs von Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen unter anderem klar, dass Großbritannien aus ihrer Sicht keinerlei finanzielle Zugeständnisse gemacht werden dürfe.

Zugleich weisen sie noch einmal darauf hin, dass es ohne Zustimmung des EU-Parlaments kein Abkommen über den Ausstieg Großbritanniens aus der EU geben kann. Das gleiche gilt demnach auch für eine mögliche Abmachung über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.

Über die Resolution solle in der kommenden Woche bei einer Vollversammlung des Parlaments abgestimmt werden, kündigte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani am Mittwochnachmittag in Brüssel an. Dass sie angenommen wird, gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse als sicher.

Politikerstimmen: Von "Traum" bis "Zauberlehrling"

  • „Der unmögliche Traum wird wahr. Heute überschreiten wir den Punkt, von dem es kein Zurück mehr gibt.“

(Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei, Nigel Farage, zum offziellen Austritt Großbritanniens aus der EU.)

  • „Es ist bedauerlich, dass Großbritannien diese Entscheidung getroffen hat, aber jetzt müssen wir den Ausstieg des Landes aus der EU rasch und friktionsfrei vollziehen.“

(Österreichs Kanzler Christian Kern zum weiteren Vorgehen beim Brexit.)

  • „#Brexit ist Wendepunkt für die #EU: EU darf nach #Brexit nicht Status quo sein nur in kleiner & schwächer, sondern muss sich verändern!“

(Österreichs Außenminister Sebastian Kurz zum Änderungsbedarf bei der EU.)

  • „Für viele Menschen und Betriebe in den Niederlanden beginnt nun eine Periode der Unsicherheit.“

(Der niederländische Regierungschef Mark Rutte hofft auf baldige Klarheit über die künftigen Beziehungen der EU mit Großbritannien.)

  • „Das Europäische Parlament wird sich besonders für die Interessen der über drei Millionen EU-Bürger, die in Großbritannien leben, einsetzen.“

(Der deutsch-britische Europapolitiker David McAllister (CDU) zu den Prioritäten bei den Brexit-Verhandlungen.)

  • „Das Referendum ging verloren, weil die EU in Großbritannien jahrelang schlecht geredet wurde. Jetzt müssen der Rückzug der Briten geordnet und das künftige Verhältnis beider Seiten austariert werden.“

(Der europapolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagesfraktion Michael Stübgen zum zukünftigen Umgang mit Großbritannien.)

  • „Die britische Premierministerin Theresa May wird beim Brexit das gleiche Schicksal erleiden wie Goethes Zauberlehrling. Der Kräfte, die sie mit der Verfolgung des harten Kurses freisetzt, wird sie nicht Herrin werden.“

(Der europäische Grünen-Chef Reinhard Bütikofer zu seinen geringen Erwartungen an die beginnenden Verhandlungen.)

Mit dem Antrag ist der Weg frei für zweijährige Brexit-Verhandlungen, in denen die Verflechtungen zwischen Großbritannien und der EU gelöst werden müssen. Mehr als 20 000 Gesetze und Regeln sind davon betroffen. Im März 2019 endet dann voraussichtlich die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens.


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