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Zeugen sprechen von Selbstmordanschlag: 86 Tote bei Terrorangriff in Ankara
International 10.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Zeugen sprechen von Selbstmordanschlag: 86 Tote bei Terrorangriff in Ankara

Die Attentäter haben ein Blutbad unter den regierungskritischen Demonstranten angerichtet.

Zeugen sprechen von Selbstmordanschlag: 86 Tote bei Terrorangriff in Ankara

Die Attentäter haben ein Blutbad unter den regierungskritischen Demonstranten angerichtet.
AFP
International 10.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Zeugen sprechen von Selbstmordanschlag: 86 Tote bei Terrorangriff in Ankara

Bei einem Terroranschlag auf eine regierungskritische Friedensdemonstration in der türkischen Hauptstadt Ankara sind 86 Menschen ums Leben gekommen, 186 wurden verwundet.

(dpa) - Bei einem Terroranschlag auf eine regierungskritische Friedensdemonstration in der türkischen Hauptstadt Ankara sind neuesten Zahlen zufolge 86 Menschen getötet worden. 186 Menschen seien verletzt worden, teilte das Innenministerium mit. Ziel des „abscheulichen Angriffs“ am Samstag seien die Demokratie und der Frieden in der Türkei gewesen.

Am Sonntag in drei Wochen sind in der Türkei Neuwahlen für das Parlament angesetzt. Mitte November ist in der Nähe der südtürkischen Stadt Antalya der G20-Gipfel geplant, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen soll.

Zu der Demonstration in Ankara hatten die pro-kurdische Partei HDP und andere regierungskritische Gruppen aufgerufen. Bereits am 20. Juli war es im südtürkischen Suruc zu einem Anschlag auf pro-kurdische Aktivisten mit 34 Toten gekommen; die Bluttat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben. Kurz danach eskalierte der Konflikt zwischen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Regierung, der seit Juli Hunderte Menschen das Leben kostete.

"Ihr seid Mörder!"

Der Ko-Vorsitzende der HDP, Selahattin Demirtas, sprach von einem „barbarischen Angriff“ in Ankara und erhob schwere Vorwürfe gegen die islamisch-konservative AKP-Regierung. Die Regierung habe nie die Verantwortlichen für das Blutbad von Suruc und für einen Anschlag zuvor auf eine HDP-Veranstaltung in der Kurdenmetropole Diyarbakir präsentiert. „Ihr seid Mörder. An Euren Händen klebt Blut.“

Laut Innenministerium kam es am Samstag um 10.04 Uhr (Ortszeit/09.04 MESZ) vor dem Hauptbahnhof in Ankara zu mindestens zwei Explosionen. Teilnehmer der Demonstration waren dazu aufgerufen, sich ab 10.00 Uhr am Bahnhof zu versammeln. Die Demonstration sollte um 12.00 Uhr beginnen. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, es gebe unbestätigte Berichte, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben könnte.

Auf Bildern waren nach dem Anschlag Leichen zu sehen, die mit Flaggen und Bannern unter anderem der HDP bedeckt waren. Ein Video zeigt, wie junge Demonstranten tanzen, als hinter ihnen eine der Bomben detoniert. Für den Abend wurde über Twitter zu Demonstrationen in mehreren türkischen Städten aufgerufen.

Anadolu berichtete, Präsident Recep Tayyip Erdogan sei mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und anderen Kabinettsmitgliedern zu einem Krisentreffen zusammengekommen. Davutoglu kündigte an, den Wahlkampf für drei Tage auszusetzen.


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