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Zehntausende demonstrieren in Hongkong
International 11 20.10.2019

Zehntausende demonstrieren in Hongkong

International 11 20.10.2019

Zehntausende demonstrieren in Hongkong

Trotz Vermummungsverbot und Einschänkungen im Nahverkehr kann die Regierung in Hongkong die Proteste nicht abwürgen.

(dpa) - Trotz eines Polizeiverbots haben in Hongkong wieder Zehntausende Menschen gegen die Regierung protestiert. Während Demonstranten am Sonntag in einem langen Marsch friedlich durch den zentralen Stadtteil Kowloon zogen, gingen radikale Aktivisten auf einen Zerstörungszug durch die Stadt. Sie blockierten in der chinesischen Sonderverwaltungszone Straßen, warfen Brandsätze und verwüsteten Geschäfte sowie die Eingänge von U-Bahn-Stationen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Gleichzeitig sangen friedliche Demonstranten die Hymne der Protestbewegung und forderten die Regierung dazu auf, alle ihre Forderungen zu erfüllen. Dazu gehören ein Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, eine Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen. Auch protestierten sie gegen mehrere Angriffe auf Anhänger ihrer Bewegung.

Verletzte Organisatoren


Masked protesters gather outside the High Court premises in support of activist Edward Leung, jailed for taking part in the 2016 Mongkok riots, during an appeal hearing for his period of sentence in Hong Kong on October 9, 2019. - Leading independence activist Leung was jailed for six years on June 2018 for his involvement in the 2016 Lunar New Year riots in Hong Kong's Mongkok district, then one of the city's worst protest violence in decades, as semi-autonomous Hong Kong has been battered by four months of increasingly violent pro-democracy protests sparked by opposition to a now-scrapped bill allowing extraditions to China. (Photo by Mohd RASFAN / AFP)
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Jimmy Shan, einer der Organisatoren der Märsche, wurde vergangene Woche in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem er von Männern auf der Straße zusammengeschlagen worden war. Am Samstag wurde zudem ein 19 Jahre alter Protestanhänger mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt.

Die seit dem 9. Juni andauernden Proteste hatten zuletzt etwas an Fahrt verloren, nachdem die Regierung ein Vermummungsverbot verhängt hatte. Außerdem wurde der U-Bahn-Verkehr eingeschränkt. Das macht es für Demonstranten schwieriger, sich in der Stadt zu bewegen.

Kein Ende in Sicht

Der erneut große Protest am Sonntag zeigt jedoch, dass mit einem baldigen Ende der Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone nicht zu rechnen ist. Vandalismus und Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten sind vor allem an Wochenenden zur Normalität geworden.   


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