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Zehntausende bei erstem Freitagsgebet in Hagia Sophia
International 6 24.07.2020

Zehntausende bei erstem Freitagsgebet in Hagia Sophia

Tausende nahmen an dem Gebet teil.

Zehntausende bei erstem Freitagsgebet in Hagia Sophia

Tausende nahmen an dem Gebet teil.
AFP
International 6 24.07.2020

Zehntausende bei erstem Freitagsgebet in Hagia Sophia

350.000 Menschen sollen laut dem türkischen Staatschef an den Feierlichkeiten teilgenommen haben.

(dpa) - In Istanbul haben nach Schätzungen Zehntausende an den Feierlichkeiten zur umstrittenen Wiedereröffnung der Hagia Sophia als Moschee teilgenommen. Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan und weitere hochrangige türkische Politiker kamen zum ersten Freitagsgebet seit der Umwandlung in das ehemalige Museum. Erdogan selbst zitierte zu Beginn einige Koranverse. Später bezifferte er die Zahl der Teilnehmer sogar auf 350.000 Menschen.

Viele gläubige Muslime rollten rund um die Sehenswürdigkeit ihre Gebetsteppiche aus. Einige Menschen hatten in Zelten vor der Hagia Sophia oder in den umliegenden Moscheen übernachtet. Sie waren offen geblieben, um die Menschen zu beherbergen. Behörden forderten die Gläubigen auf, wegen der Corona-Pandemie Masken zu tragen und auf den Mindestabstand zu achten. Viele Straßen wurden bereits am Vorabend für den Verkehr gesperrt.


HANDOUT - 15.07.2020, Türkei, Ankara: Recep Tayyip Erdogan (vorne, r), Präsident der Türkei, inspiziert eine militärische Ehrengarde, als er zu einer Zeremonie im Parlament in Ankara, Türkei, eintrifft (Bestmögliche Qualität). Am 15. Juli 2016 hatten Teile des Militärs gegen die Regierung Erdogan geputscht. Foto: -/Turkish Presidency/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
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Erdogan sagte am Nachmittag, 350.000 Menschen hätten am Freitagsgebet teilgenommen. „Dieser Ort hat nun zu seinem Ursprung zurückgefunden. Es war eine Moschee und ist wieder eine Mosche geworden.“ Vor zwei Wochen hatte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei den Status der Hagia Sophia als Museum annulliert. Erdogan ordnete daraufhin die Nutzung als Moschee an. Die Umwandlung stieß international auf Kritik. Nach offiziellen Angaben waren etwa 20.000 Polizisten im Einsatz.


ARCHIV - 05.12.2012, Türkei, Istanbul: Die Hagia Sopia, aufgenommen kurz nach Sonnenaufgang. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Status des berühmten Gebäudes Hagia Sophia in Istanbul als Museum annulliert und damit den Weg zur Nutzung der einstigen Kirche als Moschee freigemacht. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Foto: picture alliance / Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert nach Christus als Kirche erbaut und nach der Eroberung Konstantinopels (heute Istanbul) durch die Osmanen in eine Moschee umgewandelt. Auf Anordnung des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk wurde das Gebäude 1934 zum Museum. Dies wurde nun rückgängig gemacht.


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Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis äußerte abermals Kritik. Mit Blick auf Erdogan sagte er am Freitag im staatlichen Fernsehsender ERT: „Das, was sich heute abspielt, ist kein Zeichen der Stärke, sondern ein Beweis der Schwäche.“


This handout picture released by the Turkish Presidential press office shows Turkish President Tayyip Erdogan visiting the Hagia Sophia or Ayasofya-i Kebir Camii in Istanbul, on July 19, 2020. - Turkey's Hagia Sophia will open to visitors outside prayer times and its Christian icons will remain, religious officials said on July 14, 2020 after a court ruling paved the way for it to become a mosque. (Photo by Handout / TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / HO / TURKISH PRESIDENTIAL PRESS OFFICE" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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In der Kathedrale von Athen stand am Abend eine Sondermesse des Erzbischofs der griechischen orthodoxen Kirche, Hieronymos II., auf dem Programm. Der Erzbischof der Orthodoxen in den USA, Elpidoforos, ordnete nach Berichten der halbamtlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA an, dass die Fahnen auf halbmast gesetzt werden.


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