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Zaun gegen Schmuggler und Extremisten
International 2 Min. 07.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Israelisch-jordanische Grenze

Zaun gegen Schmuggler und Extremisten

Israel hat bereits an mehreren Orten - wie hier in Ramallah - mit Stacheldrahtzäunen für Diskussionen gesorgt.
Israelisch-jordanische Grenze

Zaun gegen Schmuggler und Extremisten

Israel hat bereits an mehreren Orten - wie hier in Ramallah - mit Stacheldrahtzäunen für Diskussionen gesorgt.
Archivfoto: Reuters
International 2 Min. 07.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Israelisch-jordanische Grenze

Zaun gegen Schmuggler und Extremisten

Israel hat mit dem Bau eines neuen Sicherheitszauns an der Grenze zu Jordanien begonnen, um nach eigenen Angaben Extremisten, Schmuggler und Flüchtlinge vom Territorium fernzuhalten.

(dpa) - An der Grenze zu Jordanien hat Israel den Bau eines neuen Sicherheitszauns in Auftrag gegeben. Nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sollen mithilfe dieser Maßnahme Flüchtlinge, Schmuggler und Extremisten ferngehalten werden sowie die Kontrolle über die Grenze sichergestellt werden. Die israelisch-jordanische Grenze war bisher noch nicht aufwendig gesichert.

Kilometerlange Sperre

Der Zaun soll vom Roten Meer im Süden bis zum bereits bestehenden Sicherheitszaun auf den Golan-Höhen an der israelisch-syrischen Grenze reichen. Der erste Abschnitt der geplanten Anlage soll 71 Millionen US-Dollar kosten und wird voraussichtlich in einem Jahr fertiggestellt sein.

Der Sicherheitszaun soll in erster Linie den im Bau befindlichen neuen internationalen Flughafen von Timna schützen, der nördlich von der am Roten Meer gelegenen Stadt Eilat liegt. 

Was haben Zäune in der Vergangenheit gebracht

Schon mehrfach setzten Staaten auf Mauern und Stacheldraht, um Flüchtlinge von einem Grenzübertritt abzuhalten. Einige Beispiele:

ISRAEL-WESTJORDANLAND: Zum Schutz vor Anschlägen errichtet Israels Armee seit 2003 an der Grenze zum palästinensischen Westjordanland Sperrzäune und bis zu acht Meter hohe Mauern. Kritiker werfen Israel vor, mit den mehr als 700 Kilometer langen Anlagen einseitig die Grenzen eines künftigen Staates Palästina zu ziehen.

DDR-BERLIN(WEST): Die DDR wollte mit dem am 13. August 1961 begonnenen Bau der Berliner Mauer ihr wirtschaftliches Ausbluten verhindern. Über Berlin waren bis 1961 rund 1,6 Millionen Ostdeutsche in den Westen gegangen. Erst nach mehr als 28 Jahren am 9. November 1989 fiel das Symbol der deutschen Teilung.

UNGARN-SERBIEN: Der mit Nato-Stacheldraht bestückte ungarische Zaun an der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien wurde vor wenigen Tagen fertiggestellt. Damit sollen Flüchtlinge am Überschreiten der EU-Außengrenze gehindert werden. 1989 war der damalige ungarische Außenminister Gyula Horn international gefeiert worden, als er in einem symbolischen Akt den Grenzzaun zu Österreich durchschnitt.

USA-MEXIKO: Mehr als ein Drittel der rund 3100 Kilometer langen Grenze ist mit Zäunen, Mauern, Stacheldraht oder Pfostenreihen befestigt. Damit sollen illegale Einwanderer sowie Drogen- und Waffenschmuggler aus dem Land gehalten werden.

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