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Zahlreiche Demonstrationen gegen Atomkraft in der Großregion
International 13.03.2018

Zahlreiche Demonstrationen gegen Atomkraft in der Großregion

Auch in Trier protestierten Aktivisten gegen Atomkraft

Zahlreiche Demonstrationen gegen Atomkraft in der Großregion

Auch in Trier protestierten Aktivisten gegen Atomkraft
Foto: Michael Merten
International 13.03.2018

Zahlreiche Demonstrationen gegen Atomkraft in der Großregion

Der siebte Jahrestag der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat Engagierte in der Großregion zu zahlreichen Aktivitäten veranlasst. Die Bandbreite reichte von Banneraktionen auf Brücken in Schengen und Trier bis zu Flashmobs und Demos.

Von Michael Merten (Trier)

Der siebte Jahrestag der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat Engagierte in der Großregion zu zahlreichen Aktivitäten veranlasst. Die Bandbreite reichte von Banneraktionen auf Brücken in Schengen und Trier bis zu Flashmobs und Demos.

Als „europäischen Brückentag“ hatten Atomkraftgegner den Samstag ausgerufen und auch in der Großregion Unterstützung gefunden. Aktivisten vom „Nationalen Aktiounskomitee géint Atomkraaft“ machten auf der Grenzbrücke zwischen Schengen und Perl Autofahrer und Passanten mit Bannern darauf aufmerksam, „datt Radioaktivitéit net un den Grenzen ophalen“. 

Grenzüberschreitend ist auch die Zusammenarbeit der gut vernetzten Gruppen aus Luxemburg, Deutschland und Frankreich. Das Anti-Atom-Netz Trier demonstrierte ebenfalls auf mehreren Brücken und führte Mahnwachen durch. Es gab auch einen Flashmob, bei dem sich junge Aktivisten in der Innenstadt als Opfer radioaktiver Unfälle in Szene setzten.

Auch Wolfram Leibe, der Oberbürgermeister von Trier (Bildmitte), war bei den Protestkundgebungen in der Römerstadt anwesend.
Auch Wolfram Leibe, der Oberbürgermeister von Trier (Bildmitte), war bei den Protestkundgebungen in der Römerstadt anwesend.
Foto: Michael Merten

Der seit mehr als 30 Jahren aktive luxemburgische Greenpeace-Aktivist Roger Spautz war am Montagabend Ehrengast einer Kundgebung in Trier. „Luxemburg und Trier, aber auch das Saarland, wir sind so nahe zu Cattenom, da müssen wir zusammen gegen vorgehen“, sagte Spautz bei der Veranstaltung des Antiatomnetzes Trier. Aber nicht nur das Atomkraftwerk Cattenom an der französischen Mosel, auch die Meiler Fessenheim im Elsass und Tihange in Belgien müssten abgeschaltet werden. 


Managing director of Greenpeace France, Jean-Fran�ois Julliard (R) and Responsible for the nuclear campaign of Greenpeace, Yannick Rousselet (L) demonstrate in front of the Thionville townhall, eastern France on February 27, 2018 on the opening day of a trial of eight activists and two heads of Greenpeace France for an action carried out inside the Cattenom nuclear power plant site in October 2017. 
Charge with "intrusion as a group and with degradaing the enclosure of a civil installation sheltering nuclear materials", the militants incur five years of imprisonment and 75.000 euros of fine. General manager of Greenpeace France, Jean-Fran�ois Julliard today stated, "We take onis for this action, we know it was illegal (...) but there was a very specific reason that was to denounce the security breaches,". / AFP PHOTO / JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN
Haftstrafen für Aktivisten: Greenpeace legt Berufung ein
Zwei Greenpeace-Aktivisten wurden zu zwei Monaten Haft verurteilt. Sechs weitere erhielten Bewährungsstrafen. Die Greenpeace-Mitglieder waren im Oktober 2017 auf das Gelände des AKW Cattenom eingedrungen.

Skeptisch zeigte sich Spautz gegenüber der zuletzt mehrfach von Frankreich in Aussicht gestellten Abschaltung von Fessenheim zum Jahresende 2018. „Es gab immer wieder Versprechungen, Fessenheim abzuschalten, aber wir müssen abwarten, ob das wirklich passieren wird“, sagte der 55-jährige. Es sei daher wichtig, weiter Druck auf die französische Regierung auszuüben.

Pünktlich zum Jahrestag der Fukushima-Katastrophe nutzen Anti-Atomkraft-Gegner die Gunst der Stunde, um erneut auf die Gefährlichkeit dieser Energiegewinnung hinzuweisen.
Pünktlich zum Jahrestag der Fukushima-Katastrophe nutzen Anti-Atomkraft-Gegner die Gunst der Stunde, um erneut auf die Gefährlichkeit dieser Energiegewinnung hinzuweisen.
Foto: Michael Merten

Bei der Kundgebung sprach auch der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der sechs Kilometer vor Fessenheim auf der anderen Rheinseite aufgewachsen ist. „Wir haben gelernt, dass Frankreich eine so große Abhängigkeit von der Atomkraft hat, dass dort eine politische Entscheidung extrem schwierig ist“, sagte der Sozialdemokrat. „Deswegen müssen wir andere juristische Möglichkeiten nutzen und die technische Sicherheit nach französischem Gesetz hinterfragen.“ 

Mitte April werde es eine zentrale Pressekonferenz der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland in Trier über die weitere Vorgehensweise und eine mögliche juristische Vorgehensweise gegen Cattenom geben. Wie hoch die Erfolgsaussichten einer solchen Klage seien, lasse sich noch nicht abschätzen. Es sei aber deutlich geworden, „dass beide Länder jede Chance nutzen wollen“.


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