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Zahl der Toten nach Explosion an Benzinleitung in Mexiko gestiegen
International 2 Min. 20.01.2019

Zahl der Toten nach Explosion an Benzinleitung in Mexiko gestiegen

Immer wieder kommt es in Mexiko nach illeagalen Anzapfversuchen an Pipelines zu Explosionen.

Zahl der Toten nach Explosion an Benzinleitung in Mexiko gestiegen

Immer wieder kommt es in Mexiko nach illeagalen Anzapfversuchen an Pipelines zu Explosionen.
Foto: dpa
International 2 Min. 20.01.2019

Zahl der Toten nach Explosion an Benzinleitung in Mexiko gestiegen

Mehr als 70 Menschen sind in den Flammen einer Explosion in Mexiko ums Leben gekommen. Ersten Ermittlungen zufolge wurde das Gas am Leck der Pipeline durch Entladung statischer Elektrizität von Kleidung entzündet.

(dpa) - Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion an einer Benzinleitung in Mexiko ist auf 73 gestiegen. 74 Verletzte wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt, wie der Gouverneur des Bundesstaats Hidalgo, Omar Fayad, am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter mitteilte. 24 Menschen seien in Kliniken in Hidalgo, weitere 50 in anderen Bundesstaaten und der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Es gehe derzeit darum, den Gesundheitszustand der Verletzten zu stabilisieren, so Fayad.

In der Nähe der Pipeline hatten sich zum Zeitpunkt der Explosion am Freitag nach Medienberichten mehrere Hundert Menschen befunden. An der Kraftstoff-Leitung in der Stadt Tlahuelilpan, rund 80 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt, hatte sich zuvor ein Leck gebildet, Anwohner näherten sich, um das Benzin in Eimern oder Kanistern mitzunehmen.

Opfer erleiden schwere Verbrennung

54 der Toten seien so schwer verbrannt, dass die Identität der Leichen mittels DNA-Test festgestellt werden müsse, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Hidalgo, Raúl Arroyo, in einer Pressekonferenz mit Mexikos Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Suchhunde konnten am Unfallort mehrere unversehrte Leichen finden, neun der Toten seien schnell identifiziert worden, so der Generalstaatsanwalt von Hidalgo.


Mindestens 21 Tote nach Explosion an Benzinleitung in Mexiko
Meterhohe Flammen und Panik: Bei der Explosion an einer Pipeline kommen mehrere Menschen ums Leben, Dutzende werden verletzt. Sie hatten zuvor versucht, Benzin aus einem Leitungsleck abzuzapfen.

Nach ersten Untersuchungen sei es möglich, dass die Explosion durch die Reibung der Kleidung der Menschen entstanden war, die sich um das Leck gesammelt hatten, erklärte Mexikos Generalstaatsanwalt Alejandro Gertz Manero. Aus der Leitung sei neben Benzin auch Gas ausgetreten. Durch die Reibung von synthetischen Materialien könne es zu elektrischen Reaktionen kommen, so Gertz Manero - und statisch aufgeladene Kleidung könnte zum Entzünden des Gases geführt haben. „Es gab viel Bewegung in einer Zone voll mit Gas“, so Gertz Manero. Festnahmen oder Anklagen gebe es im Zusammenhang mit dem Vorfall bisher nicht.

Benzin-Engpass

Bei den Ermittlungen würde nichts ausgeschlossen, sagte Präsident López Obrador. Die Wahrheit über die Hintergründe werde herausgefunden und die Verantwortlichen bestraft, so der Linkspolitiker. Die Strategie im Kampf gegen den Benzin-Diebstahl werde nicht geändert. „Wir werden nicht nachgeben.“

Seit Ende Dezember hat die Regierung damit begonnen, das Verteilungssystem angesichts der massiv gestiegenen Zahl von Anzapf-Versuchen an Benzin-Leitungen zu ändern. Einige Pipelines wurden geschlossen, der Sprit wird in bewachten Tanklastern transportiert. An vielen Tankstellen führte das in den vergangenen Wochen zu langen Warteschlangen und Panikkäufen. Ob wegen des Benzin-Engpasses so viele Menschen in Tlahuelilpan die vermeintliche Chance auf Benzin nutzen wollten, ließ sich zunächst nicht bestätigen.


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