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Zahl der Festnahmen steigt auf über 10.000
International 22.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach versuchtem Putsch in der Türkei

Zahl der Festnahmen steigt auf über 10.000

In der Türkei herrscht Ausnahmezustand.
Nach versuchtem Putsch in der Türkei

Zahl der Festnahmen steigt auf über 10.000

In der Türkei herrscht Ausnahmezustand.
Foto: AFP
International 22.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach versuchtem Putsch in der Türkei

Zahl der Festnahmen steigt auf über 10.000

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die Türkei ist im Ausnahmezustand, die Massenfestnahmen dauern an. Die Kritik aus der EU nimmt zu - und stößt in Ankara auf Unverständnis.

(dpa) - Die Zahl der Festnahmen seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei ist nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan auf mehr als 10 000 gestiegen. 10 410 Verdächtige seien bei den andauernden Razzien festgenommen worden, sagte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in der Nacht zu Freitag im Präsidentenpalast in Ankara.

4060 von ihnen seien in Untersuchungshaft genommen worden. Die Massenfestnahmen und die Suspendierung von Zehntausenden Staatsbediensteten haben international zu Rufen nach Verhältnismäßigkeit geführt.

Seit Donnerstag gilt in der Türkei ein 90-tägiger Ausnahmezustand, den der Staatspräsident ausgerufen hat. Ziel ist nach seinen Worten, gegen Anhänger der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen vorzugehen. Erdogan macht Gülen für den Umsturzversuch aus den Reihen der Streitkräfte mit mehr als 260 Toten verantwortlich. Die Türkei fordert von den USA Gülens Auslieferung.

„Gedenktag für Märtyrer“

Erdogan erklärte den 15. Juli, an dem der Putschversuch mit mehr als 260 Toten begann, zum „Gedenktag für Märtyrer“ und sagte: „Kommende Generationen werden die Helden des Kampfes für die Demokratie nie vergessen.“ Das Volk sollte sich weiterhin auf den Plätzen des Landes versammeln, „bis unser Land diese schwere Phase vollständig hinter sich gelassen hat“.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn zeigten sich besorgt über die Entwicklung. In einer gemeinsamen Erklärung verlangten sie, dass die türkische Regierung unter allen Umständen die Rechtsstaatlichkeit, die Menschenrechte und die Grundfreiheiten bewahren müsse.

Vielerorts gingen in den vergangenen Tagen Anhänger von Präsident Erdogan auf die Straßen.
Vielerorts gingen in den vergangenen Tagen Anhänger von Präsident Erdogan auf die Straßen.
Foto: REUTERS



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