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Zahl der Corona-Toten in Großbritannien stark nach oben korrigiert
International 29.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Zahl der Corona-Toten in Großbritannien stark nach oben korrigiert

Eine Drive-in-Teststelle für Covid-19 in Glasgow.

Zahl der Corona-Toten in Großbritannien stark nach oben korrigiert

Eine Drive-in-Teststelle für Covid-19 in Glasgow.
AFP
International 29.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Zahl der Corona-Toten in Großbritannien stark nach oben korrigiert

Bislang waren in England und Wales die Toten in Pflegeheimen nicht mitgezählt worden. Sie machen aber inzwischen wohl einen erheblichen Teil der Sterbefälle durch das Coronavirus aus. Premierminister Johnson feiert unterdessen die Geburt seines jüngsten Kindes.

(dpa) - Die offizielle Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ist am Mittwoch deutlich nach oben korrigiert worden auf 26.097. Enthalten waren darin erstmals auch Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten aus England und Wales. Noch am Dienstag stand die Zahl der Toten bei 21.678. Das waren aber nur die Sterbefälle in Krankenhäusern.

Die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson, der am Mittwoch erneut Vater wurde, steht wegen ihrer Reaktion auf die Pandemie zunehmend unter Druck. Ihr wird vorgeworfen, viel zu lange mit den Maßnahmen zur Eindämmung gewartet zu haben. Zudem fehlt es an Schutzkleidung für das medizinische Personal.


ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht vom 30. März 2020: Gut versorgt? Viele Menschen machen sich wegen des Coronavirus sorgen um Angehörige, die in Pflegeheimen untergebracht sind. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Studie: Zahl der Covid-19-Toten in Pflegeheimen stark unterschätzt
Laut einer Untersuchung über fünf europäische Länder sind rund die Hälfte der Todesfälle in Seniorenheimen auf den Erreger Sars-CoV-2 zurückzuführen.

 Vor allem die vergleichsweise geringe Zahl an bisher durchgeführten Tests trifft auf heftige Kritik. Inzwischen erhöhte die Regierung die Kapazitäten erheblich. Überall im Land wurden Test-Zentren eröffnet. Doch das Ziel, bis Ende April jeden Tag 100.000 Menschen zu testen, dürfte nicht mehr zu schaffen sein. Bis Mittwoch wurde gerade einmal ein Drittel davon erreicht.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten steht derzeit bei 165.221. Die Zahl der Neuinfektionen ist weitgehend stabil, am Mittwoch wurden etwa 4000 neue Fälle gemeldet. Doch die täglich neu registrierten Sterbefälle sind weiterhin hoch. Bis Dienstagabend wurden 765 neue Todesfälle erfasst. Befürchtet wird, dass bereits viele Pflegeheime von Infektionen betroffen sind und sich das Virus dort ungehindert ausbreiten kann.

Trotz allem werden die Rufe nach einer Lockerung der Maßnahmen wegen der Schäden für die Wirtschaft immer lauter. Der neue Labour-Chef Keir Starmer forderte die Regierung am Mittwoch bei der wöchentlichen Fragestunde im Parlament auf, eine Exit-Strategie vorzulegen und eine Debatte auf Öffentlichkeit darüber zu führen.

Johnson hatte sich im Parlament jedoch nicht blicken lassen. Der 55 Jahre alte Tory-Politiker hatte am Morgen die Geburt seines jüngsten Kindes bekannt gegeben. Er und seine Verlobte Carrie Symonds (32) seien erfreut, die Geburt eines gesunden Jungen am Morgen in einer Londoner Klinik bekannt zu machen, hieß es in einer Mitteilung. Sowohl der Mutter als auch dem Baby gehe es gut.


(FILES) In this file photo taken on March 07, 2020 Britain's Prime Minister Boris Johnson (L) with his partner Carrie Symonds attend the Six Nations international rugby union match between England and Wales at the Twickenham, west London. - British Prime Minister Boris Johnson's partner Carrie Symonds on April 29, 2020 gave birth to a "healthy baby boy" in a London hospital, a spokesman for the couple said. "Both mother and baby are doing very well," the spokesman said in a surprise announcement, as Symonds was not thought to be due until later in the year. (Photo by ADRIAN DENNIS / AFP)
Britischer Premierminister Johnson erneut Vater geworden
Wie viele Kinder Johnson inzwischen hat, ist nicht klar. Er trennte sich 2018 von seiner langjährigen Ehefrau Marina Wheeler.

Johnson hatte wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus eine Woche in dem Londoner St.-Thomas-Hospital verbracht. Drei Tage lang musste der Tory-Politiker sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Mit der Geburt seines jüngsten Sprösslings wurde eigentlich erst im Frühsommer gerechnet.


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