Xi und Trump telefonieren

Chinas Präsident mahnt zu Zurückhaltung

Chinas Präsident Xi Jinping bot Donald Trump eine Zusammenarbeit an.
Chinas Präsident Xi Jinping bot Donald Trump eine Zusammenarbeit an.
Foto: AFP

(dpa) - In der Krise mit Nordkorea hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump zu Zurückhaltung aufgerufen. Die betreffenden Parteien sollten Bemerkungen und Aktionen vermeiden, die zu einer Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel führen könnten, sagte Xi Jinping nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Samstag in dem Telefonat. Er fügte hinzu, dass China bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Probleme „angemessen zu lösen“.

Beide Präsidenten stimmten überein, dass die jüngste UN-Resolution mit scharfen Sanktionen gegen Nordkorea „ein wichtiger und notwendiger Schritt“ sei, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen, hieß es weiter. Das Weiße Haus hob ferner hervor, dass das Verhältnis zwischen Trump und Xi Jinping „extrem eng“ sei und „hoffentlich zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Problem führen wird“.

Das Telefongespräch folgte auf scharfe Äußerungen von Trump, der Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit „Feuer und Wut“ gedroht und ihn zuletzt am Freitag gewarnt hatte, dass die USA militärisch jederzeit „voll einsatzfähig“ seien.

Nordkorea hatte im Gegenzug erklärt, sich darauf vorzubereiten, Raketen in Richtung der US-Pazifikinsel Guam abzuschießen. Durch die jüngsten nordkoreanischen Tests mit Interkontinentalraketen und die Sorge über unerwartet schnelle Fortschritte Nordkoreas bei der Entwicklung von Atomsprengköpfen hatten sich die Spannungen deutlich verschärft.

"Geladen und entsichert"

Trump hielt die Drohkulisse unverändert aufrecht, äußerte am Freitag aber auch Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konflikts. „Hoffentlich wird alles gutgehen“, sagte Trump in Bedminster (New Jersey) nach einem Treffen mit Außenminister Rex Tillerson und UN-Botschafterin Nikki Haley. „Niemandem wird eine friedliche Lösung lieber sein als Präsident Trump“, sagte der Präsident.

Wenn dem US-Territorium Guam etwas geschehe, werde Nordkorea in „großen, großen Schwierigkeiten“ sein. Zu Pjöngjang sagte Trump: „Ich hoffe, dass sie in Gänze die Tragweite dessen verstehen werden, was ich gesagt habe. Und was ich sage, meine ich auch.“ Am Freitagmorgen hatte Trump drohend getwittert: „Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig - locked and loaded“. Wörtlich heißt das „gesichert und geladen“, es wird aber auch mit „entsichert und geladen“ übersetzt.