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Xavier Bettel und die Luxemburger Brückenbauer
International 1 2 Min. 21.06.2019

Xavier Bettel und die Luxemburger Brückenbauer

Brückenbauer unter sich: Die beiden Luxemburger beim EU-Gipfel in Brüssel, Xavier Bettel und Jean-Claude Juncker.

Xavier Bettel und die Luxemburger Brückenbauer

Brückenbauer unter sich: Die beiden Luxemburger beim EU-Gipfel in Brüssel, Xavier Bettel und Jean-Claude Juncker.
Bild: AFP/Emmanuel Dunand
International 1 2 Min. 21.06.2019

Xavier Bettel und die Luxemburger Brückenbauer

Geht er, bleibt er? Den Luxemburger Regierungschef scheinen die Spekulationen um seine Person zu amüsieren. Ganz ausschließen will er einen Wechsel nach Brüssel aber nicht.

(jt mit dpa) - Premierminister Xavier Bettel hat am Freitag einen Wechsel nach Brüssel nicht eindeutig ausgeschlossen. Der DP-Politiker bekräftigte zwar bei einer Pressekonferenz, dass er "kein Kandidat sei" und er "kein Interesse" an einem EU-Spitzenposten habe. Allerdings wären laut Bettel eine "Reihe von Leuten" der Ansicht, dass die Luxemburger die notwendigen Fähigkeiten hätten, um Brücken in Europa zu bauen. 

Es sei eine Ehre für Luxemburg gewesen, den Präsidenten der EU-Kommission zu stellen, sagte Bettel. Ob es auch eine Ehre wäre, den Job des EU-Ratspräsidenten zu übernehmen, ließ der Premier jedoch offen. Seit Tagen halten sich Spekulationen, wonach Bettel Nachfolger von Donald Tusk in diesem Amt werden könnte. Das Angebot aus Brüssel hatte der Premier beim traditionellen Fischessen auf dem "Mäertchen" in der Stadt Luxemburg selbst öffentlich gemacht. 

Apropos Juncker: In einer Szene vom EU-Gipfel, die auf Twitter geteilt wurde, ist Xavier Bettel während eines Gesprächs mit seinem Vorgänger als Premierminister zu sehen. Bettel legt dem Noch-EU-Kommissionspräsidenten dabei eine tröstende Hand auf die Schulter und drückt Juncker sein Mitgefühl aus. Worüber die beiden Politiker geredet haben, ist nicht bekannt. "Xavier Bettel ist der Freund, den wir alle brauchen", schreibt der Journalist Jack Parrock in seinem Tweet. 

Die EU-Staats- und Regierungschefs konnten sich bei ihrem Treffen in Brüssel vorerst nicht in wichtigen Personalfragen einigen. Nun soll es am Sonntag kommender Woche zu einem entscheidenden Gipfel kommen. Bei dem kniffligen Personalpaket geht es um die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sowie vier weitere Spitzenposten, darunter jenen des EU-Ratspräsidenten. 


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Die Christdemokraten wollen, dass ihr Europawahl-Spitzenkandidat Manfred Weber Junckers Job bekommt und argumentieren, dass die Europäische Volkspartei (EVP) bei der EU-Wahl die meisten Stimmen bekommen hat. Liberale und Sozialdemokraten wollen diese Argumentation jedoch nicht akzeptieren. Xavier Bettel sprach sich kürzlich für die liberale Dänin Margrethe Vestager als Kommissionschefin aus. Regierungskollege und Außenminister Jean Asselborn (LSAP) will hingegen den Sozialdemokraten Frans Timmermans aus den Niederlanden an der Spitze der wichtigsten EU-Behörde sehen.


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