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Xavier Bettel: "Ich wäre dreimal zum Tode verurteilt worden"
International 23.11.2022
Rede in Straßburg

Xavier Bettel: "Ich wäre dreimal zum Tode verurteilt worden"

Xavier Bettel während seiner Rede am Dienstag im Europaparlament in Straßburg.
Rede in Straßburg

Xavier Bettel: "Ich wäre dreimal zum Tode verurteilt worden"

Xavier Bettel während seiner Rede am Dienstag im Europaparlament in Straßburg.
Foto: AFP
International 23.11.2022
Rede in Straßburg

Xavier Bettel: "Ich wäre dreimal zum Tode verurteilt worden"

Der Premier feierte das 70-jährige Bestehen des EU-Parlaments. In einer Rede erinnert er an die Errungenschaften der europäischen Einigung.

(dpa/AFP/jt) - EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat bei einem Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Europäischen Parlaments die Bedeutung demokratischer Werte betont.

Russlands Aggression gegen die Ukraine erinnere deutlich daran, wie wichtig es sei, die demokratischen Werte und die Stimmen der Bürger zu wahren, sagte sie am Dienstag im Straßburger Europaparlament. Es sei aber auch wichtig, innezuhalten und sich der Erfolge bewusst zu werden. Dazu zähle es, eine Union der Rechte, der Werte und der Gleichheit, aber auch Hoffnung aus der Asche des Krieges heraus geschaffen zu haben.

„Das Herz der Demokratie schlägt in Straßburg“

Bei dem Festakt dabei waren auch die Premierminister Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs. „Das Herz der Demokratie schlägt hier in Straßburg seit 70 Jahren“, sagte die französische Regierungschefin Elisabeth Borne. „In Zeiten, in denen der Nationalismus zunimmt und versucht, die Vergangenheit neu zu schreiben, in Zeiten, in denen der Krieg auf den europäischen Kontinent zurückkehrt, dürfen wir nie aufhören, daran zu erinnern, woher Europa kommt, was es erlitten hat, warum wir es geschaffen haben und was es erreicht hat“.

Xavier Bettel erinnerte in seiner Rede an die Rolle der früheren französischen Ministerin und ehemaligen Deportierten Simone Veil, die 1979 als erste Frau den Vorsitz des Europäischen Parlaments übernahm. Er nahm auch Bezug auf die Errungenschaften der europäischen Einigung und seine eigene Lebensgeschichte. „Als Homosexueller, Mensch jüdischer Abstammung und Liberaler wäre ich während des Zweiten Weltkriegs dreimal zum Tode verurteilt worden. Heute bin ich frei und stehe vor Ihnen, das ist das europäische Projekt.“


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Zu Beginn der Geschichte des Europaparlaments stand 1952 die Gründung der sogenannten Gemeinsamen Versammlung. Diese hatte aber nur beratende Funktion und ihre Mitglieder wurden nicht direkt gewählt. Dennoch wird dieses Datum vom Europaparlament als Ausgangspunkt für die 70-Jahr-Feier genommen.

1962 entschieden die Abgeordneten der Versammlung den Namen „Europäisches Parlament“ zu geben. Die ersten Direktwahlen fanden 1979 statt. „Das Europäische Parlament ist zum einzigen direkt gewählten, mehrsprachigen, mehrparteilichen und transnationalen Parlament der Welt geworden“, sagte Metsola.


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