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Xavier Bettel: "Für mich ist der Fall abgeschlossen"
International 19.07.2019

Xavier Bettel: "Für mich ist der Fall abgeschlossen"

Xavier Bettel: "Hinzugehen wäre scheinheilig gewesen."

Xavier Bettel: "Für mich ist der Fall abgeschlossen"

Xavier Bettel: "Hinzugehen wäre scheinheilig gewesen."
Foto: Guy Jallay
International 19.07.2019

Xavier Bettel: "Für mich ist der Fall abgeschlossen"

Der Premierminister blieb wegen homophober Aussagen des israelischen Bildungsministers Rafi Peretz einer Abschiedsfeier für die israelische Botschafterin fern. Nun erklärt er sein Vorgehen.

(jt/KNA) - Premierminister Xavier Bettel hat am Freitag auf die Kontroverse um den israelischen Bildungsminister Rafi Peretz reagiert. Peretz hatte am Wochenende mit Empfehlungen zu sogenannten Konversionstherapien für Homosexuelle große Empörung in Israel – und auch bei Xavier Bettel – ausgelöst.


Xavier Bettel gerät in Kontroverse mit Israel
Der israelische Erziehungsminister Rafi Peretz glaubt an "Bekehrungstherapien" für homosexuelle Menschen. Premier Xavier Bettel reagiert mit einem Veranstaltungsboykott – und erntet selbst Kritik.

In einem Interview mit dem Radiosender 100,7 bestätigte Bettel am Freitag, dass er aufgrund von Peretz' Aussagen nicht zu der Abschiedsfeier für die israelische Botschafterin in Luxemburg gekommen war. "Ich konnte das nicht. Ich habe der Botschafterin gesagt, dass ich bei solchen Aussagen nicht zu einer Regierungsvertreterin gehe, auch wenn ich sie sehr schätze, weil ich mich von diesen Äußerungen distanziere." So tun, als ob ihm diese Äußerungen egal wären, wäre scheinheilig gewesen, so Bettel, der allerdings nicht von einem "Boykott" sprechen wollte.

Mittlerweile hat der israelische Bildungsminister, der erst seit Juni im Amt ist, seine umstrittenen Aussagen aus einem Fernsehinterview zurückgenommen. Der frühere Militärrabbiner erklärte, er sei entschieden gegen Konversionstherapien für Homosexuelle. Xavier Bettel begrüßte den Sinneswandel des Bildungsministers: "Für mich ist der Fall damit abgeschlossen." 

Massive Proteste gegen Peretz

Auf die Kritik des homosexuellen israelischen Justizministers Amir Ohana, der Bettel ein Treffen mit dem iranischen Außenminister zum Vorwurf gemacht hatte, meinte der Premier, er spreche bei all seinen Treffen die Sachen so an, wie sie seien. In diesem Fall habe er auf die Aktualität und das 48 Stunden zuvor ausgestrahlte Video mit Rafi Peretz reagiert.

In einem am vergangenen Samstag gezeigten Fernsehinterview hatte Peretz zunächst erklärt, er halte Konversionstherapien für möglich und habe selbst solche Therapien durchgeführt. Tausende hatten daraufhin am Wochenende gegen den Minister demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. Unterstützung erhielt Peretz am Mittwoch von der früheren Justizministerin Ajelet Schaked, die die Reaktionen auf Peretz' Aussagen laut Bericht des Senders "Arutz Scheva" als heuchlerischen Versuch kritisierte, abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen. 

Ähnlich äußerte sich laut Sender der Jerusalemer Oberrabbiner Schlomo Mosche Amar. Was Peretz gesagt habe, stehe in der Thora, wer jedoch heute wiedergebe, was die Thora sage, gelte als Krimineller und Betrüger. 


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