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Wiener Anschlag: Täter mit Pass aus Österreich und Nordmazedonien
International 03.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Wiener Anschlag: Täter mit Pass aus Österreich und Nordmazedonien

Die Polizei patrouilliert auch vor der Wiener Staatsoper.

Wiener Anschlag: Täter mit Pass aus Österreich und Nordmazedonien

Die Polizei patrouilliert auch vor der Wiener Staatsoper.
Foto: AFP
International 03.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Wiener Anschlag: Täter mit Pass aus Österreich und Nordmazedonien

Nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt, bei dem fünf Menschen starben, gibt es erste Erkenntnisse zum Attentäter. Der junge Mann war einschlägig vorbestraft.

(dpa) - Der Attentäter, der nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt von der Polizei erschossen worden ist, war 20 Jahre alt, hatte nordmazedonische Wurzeln und war einschlägig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorbestraft. Das teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA am Dienstag mit. 

Der junge Mann habe in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen wollen, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Er sei aber daran gehindert worden und stattdessen am 25. April 2019 wegen Mitgliederschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, so Nehammer. Am 5. Dezember 2019 sei er „vorzeitig bedingt entlassen“ worden. Demnach galt er als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes.


Police cars and armed police offficer stand in central Vienna on November 2, 2020, following a shooting near a synagogue. - Multiple gunshots were fired in central Vienna on the evening of November 2, 2020, according to police, with the location of the incident close to a major synagogue. Police urged residents to keep away from all public places or public transport. One attacker was "dead" and another "on the run", with one police officer being seriously injured, Austria's interior ministry said according to news agency APA. (Photo by GEORG HOCHMUTH / APA / AFP) / Austria OUT
Fünf Tote, viele Verletzte bei Terroranschlag in Wien
Mitten in der österreichischen Hauptstadt fallen Schüsse, es gibt Tote. Unter den zahlreichen Verletzten ist auch ein Luxemburger. Einer der Tatorte befindet sich nahe einer Synagoge.

Der Attentäter besaß nach Angaben von Nehammer neben der österreichischen auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft. „Er war mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe und einer automatischen Langwaffe, einer Faustfeuerwaffe und einer Machete ausgestattet, um diesen widerwärtigen Anschlag auf unschuldige Bürgerinnen und Bürger zu verüben“, erklärte der Innenminister.

Wie Nehammer weiter erklärte, habe es umfangreiche Razzien im Umfeld des Täters gegeben. Dabei seien mehrere Personen festgenommen worden.

Drei Tage Staatstrauer, Schweigeminute am Dienstag

Österreich ehrt die Opfer des Terrorakts vom Montagabend mit einer dreitägigen Staatstrauer. Das beschloss der Sonder-Ministerrat am Dienstag in Wien. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, den Verletzten und den Angehörigen in diesen besonders schweren Stunden für die Republik Österreich“, sagte Kanzler Sebastian Kurz vor dem Kabinett.

Die Staatstrauer gilt bis einschließlich Donnerstag. Die Ereignisse hätten das Land schwer erschüttert und betroffen gemacht. Es handele sich bei der Attacke um eine „abscheuliche Tat“ und „einen Anschlag auf die Freiheit und Demokratie der Republik Österreich“, so der Regierungschef.


03.11.2020, Österreich, Wien: Besucher verlassen nach einer Vorstellung das Burgtheater am abgesperrten Ring. Bei einem Terrorangriff in der Wiener Innenstadt sind am Abend mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die Attacke von Wien geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wiener Anschlag: Luxemburger Student auf Weg der Besserung
Bei dem Terroranschlag in Wien war auch ein Luxemburger Student angeschossen worden. Die gute Nachricht: Er befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Am Dienstag, dem ersten Tag der Staatstrauer, sollte um 12 Uhr eine „Minute des stillen Gedenkens“ eingehalten werden. Die Schulen sollen zu Beginn des Unterrichts am Mittwoch eine Gedenkminute einhalten.

Bei der Terrorattacke waren mindestens vier Passanten getötet worden. 17 Menschen, darunter ein Student aus Luxemburg, sind in teils lebensbedrohlichem Zustand in den Kliniken, wie eine Sprecherin des Klinikverbandes am Morgen der Nachrichtenagentur APA sagte. Ob der erschossene Attentäter einen oder mehrere Komplizen hatte, ist noch unklar.


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