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Wieder großes Feuer im Hafen von Beirut
International 4 2 Min. 10.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Wieder großes Feuer im Hafen von Beirut

Schwarze Rauchschwaden steigen über Beirut auf.

Wieder großes Feuer im Hafen von Beirut

Schwarze Rauchschwaden steigen über Beirut auf.
Foto: AFP
International 4 2 Min. 10.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Wieder großes Feuer im Hafen von Beirut

Bei dem neuerlichen Großbrand geriet ein Lager für Öl und Reifen in Brand.

(dpa) - Mehr als einen Monat nach der verheerenden Explosion in Beirut hat ein neuer Großbrand im Hafen die libanesische Hauptstadt in Angst und Schrecken versetzt. Livebilder im libanesischen Fernsehen zeigten am Donnerstag hohe Flammen und dichte schwarze Rauchwolken, die kilometerweit zu sehen waren. Viele Menschen fühlten sich an die Katastrophe Anfang August erinnert.

Die libanesische Armee teilte mit, in der Freihandelszone des Hafens sei ein Lager für Öl und Reifen in Brand geraten. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Feuerwehr und Zivilschutz kämpften über Stunden gegen die Flammen. Die Armee setzte Helikopter ein, die aus der Luft Wasser niedergehen ließen.

Der Generalsekretär des libanesischen Roten Kreuzes, George Kattanah, sagte dem libanesischen Sender MTV, ein Mensch habe Atemprobleme. Die Armee rief die Menschen auf, die umliegenden Viertel zu verlassen.

Augenzeugen berichteten, Menschen in den Vierteln um den Hafen seien in Panik geflohen. „Alle Menschen sind sofort abgehauen“, sagte ein Mann dem libanesischen Sender LBCI. „Sie haben Angst, Beirut ist sehr müde. Wir können so etwas nicht mehr ertragen.“ Auf einem Video in den sozialen Medien war zu sehen, wie Arbeiter aus dem Hafen rannten.


TOPSHOT - A general view shows the damaged grain silos of Beirut's harbour and its surroundings on August 5, 2020, one day after a powerful twin explosion tore through Lebanon's capital, resulting from the ignition of a huge depot of ammonium nitrate at the city's main port. - Rescuers searched for survivors in Beirut after a cataclysmic explosion at the port sowed devastation across entire neighbourhoods, killing more than 100 people, wounding thousands and plunging Lebanon deeper into crisis. The blast, which appeared to have been caused by a fire igniting 2,750 tonnes of ammonium nitrate left unsecured in a warehouse, was felt as far away as Cyprus, some 150 miles (240 kilometres) to the northwest. (Photo by STR / AFP)
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Bei der Explosionskatastrophe am 4. August waren mehr als 190 Menschen getötet und mehr als 6000 verletzt worden. Große Teile des Hafens und umliegender Viertel wurden völlig zerstört. Betroffen waren vor allem die Stadtteile, die für ihre historischen Gebäude, aber auch für ihre Restaurants, Bars und kulturelle Einrichtungen bekannt sind. Dort gibt es praktisch kein Haus, das nicht beschädigt wurde. Bis zu 300 000 Menschen haben ihre Wohnungen verloren.

Ausgelöst worden sein soll die Explosion durch große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die der Regierung zufolge über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen lagerten. Auch damals brach zunächst ein Feuer aus, bevor es zu der Explosion kam.

Das neue Feuer war bereits der zweite Brand im Hafen nach der verheerenden Explosion. Anfang der Woche waren dort nach Angaben der Armee Müll, Holzreste und alte Reifen in Flammen aufgegangen.

Der Libanon erlebt seit Monaten eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Corona-Pandemie und die Explosion haben die Lage verschärft. Viele Menschen sind in Armut abgerutscht. In den vergangenen Wochen kam es zugleich zu Protesten gegen die politische Elite, die viele Libanesen für die Krise verantwortlich machen.


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