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Wie Europa trotz dritter Welle lockert
International 5 Min. 29.04.2021

Wie Europa trotz dritter Welle lockert

In Echternach genießen die Menschen ein Gläschen im Freien - und damit eine Spur wiedergewonnener Normalität.

Wie Europa trotz dritter Welle lockert

In Echternach genießen die Menschen ein Gläschen im Freien - und damit eine Spur wiedergewonnener Normalität.
Foto: Viktor Wittal
International 5 Min. 29.04.2021

Wie Europa trotz dritter Welle lockert

Mit unterschiedlichen Strategien bewegen sich die Länder auf dem "Alten Kontinent" in Richtung Normalität. Das Wichtigste in Kürze.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben die EU-Staaten unterschiedliche Herangehensweisen. Trotz teilweise hoher Inzidenzen läuten viele europäische Staaten bereits den Sommer ein. Ein Überblick. 

Luxemburg


IPO.DP Kongress Xavier Bettel. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Bis Mitte Juli soll jeder Erwachsene ein Impfangebot erhalten
Die Impfkampagne in Luxemburg kommt endlich in Schwung. Nun nennt Xavier Bettel erstmals ein konkretes Datum für eine Aufhebung der Alterspriorisierung.

Hierzulande sind vorsichtige Lockerungen nicht vor dem 15. Mai zu erwarten. Premierminister Bettel erklärte, Mitte Mai müsse man abwiegen, wie die Infektionslage sich entwickle und dementsprechend könne man über Schritte nachdenken. Persönliche Freiheiten seien wichtig, so Bettel, der die nächtliche Ausgangssperre bei einer Pressekonferenz vergangene Woche ansprach. Bis dahin gilt das Ausgangsverbot zwischen 23 Uhr und 6 Uhr und die Regel, dass nicht mehr als zwei Personen aus einem fremden Haushalt eingeladen werden dürfen. Der Einzelhandel ist offen, Gastwirte und Restaurateure dürfen Kunden nur im Außenbereich empfangen.

Belgien

Philippe (l), König von Belgien, und Elio Di Rupo (hinten M), Ministerpräsident von Wallonien, hören in einem Labor einem Mitarbeiter von Eurogentec zu.
Philippe (l), König von Belgien, und Elio Di Rupo (hinten M), Ministerpräsident von Wallonien, hören in einem Labor einem Mitarbeiter von Eurogentec zu.
Foto: DPA

In den vergangenen Wochen galten in Belgien verschärfte Regeln. Seit Montag haben Geschäfte wieder ohne Terminvergabe geöffnet, Friseure dürfen wieder arbeiten. Im Freien dürfen sich zehn Personen mit Maske treffen. Ab dem 8. Mai dürfen Restaurants und Bars nach monatelanger Zwangspause wieder ihre Außenbereiche öffnen. Auch die nächtliche Ausgangssperre fällt dann weg. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich zuletzt bei mehr als 400 pro 100.000 Einwohner am Tag eingependelt. Fast jeder dritte Erwachsene wurde bislang zumindest einmal geimpft.

Dänemark

In Dänemark dürfen Gäste auch im Innenbereich bedient werden - mit negativem Test.
In Dänemark dürfen Gäste auch im Innenbereich bedient werden - mit negativem Test.
Foto: AFP

Die Geschäfte haben längst wieder geöffnet und die Straßen sind voller Menschen. Cafés, Restaurants und Bars dürfen seit einer Woche wieder Kunden bedienen - im Inneren allerdings nur, wenn die Gäste per App einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion nachweisen können. Dabei fällt auf: Die dänischen Neuinfektionszahlen sind stabil niedrig geblieben, liegen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 seit langem unverändert unter den deutschen Werten. Dänemark verzichtet als einziges EU-Land auf den Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca. Trotzdem sind knapp 22 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft.

Frankreich

Emmanuel Macron muss weiter mit einer angespannten Lage leben.
Emmanuel Macron muss weiter mit einer angespannten Lage leben.
Foto: DPA

Sofern es die Lage zulässt, sollen Anfang Mai die Bewegungseinschränkungen aufgehoben werden. Aktuell dürfen sich die Menschen nur mit triftigem Grund mehr als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Außerdem könnten Außenbereiche von Restaurants und bestimmte Kultureinrichtungen wieder öffnen. Auch über eine Lockerung der abendlichen Ausgangssperre, die aktuell um 19 Uhr beginnt, wird gesprochen. Die Corona-Lage ist allerdings weiter angespannt. Zuletzt gab es rund 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tage. Rund ein Fünftel der Bevölkerung wurde mindestens ein Mal geimpft.

Großbritannien

Großbritannien liegt mit der Impfungen weit vorn - und kann lockern.
Großbritannien liegt mit der Impfungen weit vorn - und kann lockern.
Foto: DPA

In Großbritannien hat sich die Corona-Lage dank eines langen, konsequenten Lockdowns und der weit fortgeschrittenen Impfkampagne mittlerweile deutlich entspannt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist bereits einmal geimpft, ein Viertel sogar vollständig. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 25 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Pubs und Restaurants dürfen in England und Wales draußen wieder Gäste empfangen, in Schottland sogar bis abends auch drinnen. Geschäfte, Fitnessstudios, Friseure und Zoos sind weitgehend wieder geöffnet. Treffen in Innenräumen und Reisen ins Ausland bleiben allerdings noch bis mindestens Mitte Mai verboten.

Italien

Italien peilt den 2. Juni für den Start der Sommersaison an.
Italien peilt den 2. Juni für den Start der Sommersaison an.
Foto: DPA

Italien befindet sich seit kurzem auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Wo die Corona-Zahlen moderat sind, dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren. Ab 22 Uhr gilt das Ausgangsverbot. Museen und Kinos in den sogenannten Gelben Zonen haben bereits geöffnet. Ab 1. Juni soll man in Lokalen wieder drinnen sitzen dürfen. Italien peilt den 2. Juni für den Start der Sommersaison an. Das Reisen im Land ist noch teils eingeschränkt, aber mit Impfung oder negativem Corona-Test soll es bald leichter werden, selbst in höhere Risikozonen zu fahren. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei etwa 160. Über 22 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Niederlande

27. April: Eindhoven: Menschen sitzen am Königstag im Park Anne Frankplantsoen auf einer Wiese. Es ist der zweite «Koningsdag» im Lockdown.
27. April: Eindhoven: Menschen sitzen am Königstag im Park Anne Frankplantsoen auf einer Wiese. Es ist der zweite «Koningsdag» im Lockdown.
Foto: DPA

Die Niederlande haben am Mittwoch trotz anhaltend hoher Corona-Zahlen die ersten Maßnahmen seit dem strengen Lockdown von Mitte Dezember gelockert. Die abendliche Ausgangssperre ist abgeschafft, Geschäfte dürfen wieder Kunden ohne Termin empfangen und Gaststätten im Außenbereich unter Auflagen wieder Gäste bedienen - zumindest von 12 Uhr bis 18 Uhr. Zu Hause darf man wieder zwei statt bisher einen Besucher am Tag treffen. Verboten bleiben alle Veranstaltungen mit Publikum wie etwa Museen, Kinos und Theater. Schüler und Studenten haben zumindest an einem Tag in der Woche Präsenzunterricht. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 317. Rund 30 Prozent der Bevölkerung wurde mindestens einmal geimpft.

Österreich

Trotz 28 Prozent Impfquote bleibt Österreich vorsichtig.
Trotz 28 Prozent Impfquote bleibt Österreich vorsichtig.
Foto: DPA

Ab 19. Mai dürfen Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen wieder die Pforten öffnen. Dabei setzt die Regierung auf Zutrittstests als Schutzmaßnahme. Veranstaltungen sind draußen auf 3.000 und drinnen auf 1.500 Personen beschränkt. In und rund um Wien gilt derzeit ein noch strengerer Lockdown, weswegen die meisten Geschäfte bis Sonntag noch geschlossen sind. Die 7-Tage-Inzidenz sank landesweit zuletzt auf 168. Rund 28 Prozent der Einwohner ab 16 Jahren haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Schweiz

Die Schweiz berechnet die Inzidenz über 14 Tage.
Die Schweiz berechnet die Inzidenz über 14 Tage.
Foto: DPA

Bereits seit Anfang März haben Läden, Museen und Bibliotheken trotz steigender Infektionszahlen wieder geöffnet. Seit 19. April sind auch Restaurantterrassen, Kinos, Theater und Fitnesszentren wieder in Betrieb. Auch Open-Air-Konzerte und Fußballspiele dürfen wieder stattfinden. Dabei gelten Hygieneregeln wie etwa eine Begrenzung der Anzahl von Anwesenden oder die Maskenpflicht. Seit Ostern - vier Wochen nach der Öffnung von Läden und Museen - ist der Anstieg allerdings nur noch sehr gering. Anders als in anderen Ländern wird in der Schweiz eine 14-Tage-Inzidenz berechnet. Laut Bundesamt für Gesundheit lag sie am Mittwoch bei 315 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner. Nach jüngsten Zahlen war knapp zehn Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Spanien

Die umstrittene Stierhatz von Pamplona wurde abgesagt.
Die umstrittene Stierhatz von Pamplona wurde abgesagt.
Foto: DPA

Die Lage in Spanien ist relativ stabil, die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch bei 108. Bisher hat 23 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Am 9. Mai endet der Corona-Notstand und soll wegen der guten Entwicklung nicht verlängert werden. Damit entfällt die Grundlage für die meisten Maßnahmen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Obergrenzen bei Versammlungen und Schließung von Gaststätten. Wie es danach weitergehen soll, ist noch nicht klar. Alle Hoffnungen des extrem vom Tourismus abhängigen Landes für eine wieder normale Sommersaison richten sich auf den digitalen Impfpass. 


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