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WHO beruft wegen Affenpocken Notfallausschuss ein
International 14.06.2022
Kommende Woche

WHO beruft wegen Affenpocken Notfallausschuss ein

Eine Krankenschwester bereitet im Krankenhaus Ramon y Cajal in Madrid einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus vor.
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WHO beruft wegen Affenpocken Notfallausschuss ein

Eine Krankenschwester bereitet im Krankenhaus Ramon y Cajal in Madrid einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus vor.
Foto: DPA
International 14.06.2022
Kommende Woche

WHO beruft wegen Affenpocken Notfallausschuss ein

Wenn eine Lage ernst wird, beruft die WHO den Notfallausschuss ein. Er entscheidet, ob weltweit Alarm gegeben wird.

(dpa) - Aus Sorge um die steigende Zahl an Affenpockenfällen in aller Welt hat WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus für kommende Woche den Notfallausschuss einberufen. Das Gremium soll entscheiden, ob es sich - wie bei Corona - um eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (PHEIC) handelt. Der Notfallausschuss soll am 23. Juni tagen, wie es am Dienstag von der Weltgesundheitsorganisation WHO hieß.

Die Erklärung der Notlage ist die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann. Eine solche Erklärung hat keine direkten praktischen Folgen, soll aber die Mitgliedsländer wachrütteln. Eine Notlage gilt etwa seit Ende Januar 2020 wegen des Coronavirus Sars-CoV-2.


ARCHIV - 11.05.2019, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: ILLUSTRATION - Das Wort «Impfung» ist in einem Tropfen an der Nadel einer Spritze zu sehen. Erwachsene, die engeren Kontakt mit einem Affenpocken-Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollen nach dem Willen der Ständigen Impfkommission (Stiko) künftig eine Impfung gegen Affenpocken erhalten. (zu dpa «Stiko empfiehlt Affenpocken-Impfung für Risikogruppen») Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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110.000 Dosen sollen ab Ende Juni geliefert werden. In Rheinland-Pfalz gibt es einen ersten Fall.

Der WHO wurden bis Dienstag weltweit mehr als 1.600 Fälle von Affenpocken und fast 1.500 Verdachtsfälle aus 39 Ländern gemeldet. In 32 dieser Länder gab es vor Mai keine bekannten Fälle. In den anderen sieben Länder in Afrika grassiert das Virus seit Jahrzehnten. Bislang wurden 72 Todesfälle aus den afrikanischen Ländern gemeldet. Die WHO prüfe einen möglichen Todesfall durch Affenpocken aus Brasilien, sagte Tedros.

Drei Bereiche

Die Sorge der WHO beziehe sich auf drei Bereiche, sagte Tedros: Das Virus verhalte sich ungewöhnlich, es seien immer mehr Länder betroffen und damit sei eine koordinierte Reaktion nötig. Tedros betonte aber, dass die Experten des Notfallausschusses die Problematik betrachten und noch nicht entschieden sei, ob sie das Ausrufen einer Notlage für nötig halten.


30.05.2022, Spanien, Madrid: Eine Krankenschwester führt im Krankenhaus Ramon y Cajal in Madrid einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus durch. Madrid hat am Montag mit der Durchführung von PCR- und Genomsequenzierungstests auf Affenpocken in fünf öffentlichen Krankenhäusern der Region begonnen. Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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„Wir wollen nicht warten, bis die Situation außer Kontrolle geraten ist“, sagte WHO-Spezialist Ibrahima Socé Fall. In dem Ausschuss kommen Expertinnen und Experten zusammen, die sich mit der Krankheit besonders gut auskennen. Sie könnten die WHO am besten beraten, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, sagte Fall.

WHO-Spezialistin Rosamund Lewis betonte, dass die WHO die Mitgliedsländer schon jetzt mit zahlreichen technischen Ratschlägen zum Umgang mit Affenpockenfällen versorgt habe. „Das Wichtigste ist, Bewusstsein zu schaffen, damit die Menschen ihr eigenes Risiko abschätzen können“, sagte Lewis.     

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