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Weltweite Demonstrationen: Neuseeland macht den Anfang
International 3 1 3 Min. 27.09.2019

Weltweite Demonstrationen: Neuseeland macht den Anfang

Im neuseeländischen Wellington gingen am Freitag bereits mehrere tausend Leute auf die Straße.

Weltweite Demonstrationen: Neuseeland macht den Anfang

Im neuseeländischen Wellington gingen am Freitag bereits mehrere tausend Leute auf die Straße.
Foto: AFP
International 3 1 3 Min. 27.09.2019

Weltweite Demonstrationen: Neuseeland macht den Anfang

Am vergangenen Freitag gingen laut Schätzungen weltweit vier Millionen Menschen für das Klima auf die Straße. Die berühmte Initiatorin ist guter Dinge, dass auch diese Woche wieder Rekordzahlen geschrieben werden.

(dpa/SC) - Eine Woche nach den bislang größten internationalen Klimaprotesten wollen am Freitag erneut Abertausende von Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. Zum Abschluss einer internationalen Klimastreikwoche plant die Bewegung Fridays for Future erneut Aktionen und Kundgebungen in Dutzenden Ländern weltweit.

Den Anfang machen wegen der Zeitverschiebung Neuseeland und Australien, ehe sich die Proteste über Europa bis nach Nordamerika ziehen. Dort wird Klimaaktivistin Greta Thunberg an einer Großkundgebung im kanadischen Montreal teilnehmen. Auch vor dem Weißen Haus in Washington wollten sich Demonstranten versammeln.

Wie groß der weltweite Zuspruch an diesem Freitag nach der Rekordbeteiligung der Vorwoche sein wird, ist relativ unklar. Thunberg selbst war guter Dinge. "Letzten Freitag haben über vier Millionen Menschen für das Klima gestreikt. Diesen Freitag machen wir es noch einmal!", schrieb sie auf Twitter. Bislang habe es im Rahmen der Streikwoche 6383 Aktionen in 170 Ländern gegeben, ergänzte sie.

Mit ihrem Optimismus könnte die Schwedin recht behalten: Aus Protest gegen unzureichende Maßnahmen der Politik gegen den Klimawandel sind in Neuseeland am Freitag bereits mehrere Zehntausend Menschen auf die Straße gegangen. Die Veranstalter selbst sprachen am Freitag von landesweit 170.000 Teilnehmern. Sollten diese Zahlen stimmen, wären das rund 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Von der Polizei gab es zunächst keine Zahlen.

In dem Pazifikstaat mit knapp fünf Millionen Einwohnern gab es in mehr als 40 Städten Demonstrationen. Allein in der Hauptstadt Wellington marschierten nach Schätzungen mehr als 40.000 Menschen mit. Dabei waren neben Schülern auch viele Eltern und Großeltern. Auf Plakaten forderten sie die Politik auf, endlich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Bei der Kundgebung in Auckland sagte einer der Veranstalter, Luke Wijohn: "Hört nicht mehr darauf, was sie sagen. Schaut hin, was sie machen." Im Parlament von Wellington überreichten Schüler einen Brief mit mehr als 11.000 Unterschriften. Darin wird die Regierung von Premierministerin Jacinda Ardern aufgefordert, für Neuseeland den Klimanotstand auszurufen.

Demos auch in Luxemburg

Am vergangenen Freitag gingen in Luxemburg bereits rund 1.000 junge Aktivisten auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.


Lokales, Dritter Klimamarsch in Luxemburg - Youth for Climate Luxembourg, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
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Die Jugend in Luxemburg will ihre Zukunft nicht aufgeben. Am Freitag gingen deshalb wieder etwa 1.000 Schüler auf die Straße, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

An diesem Freitag werden sich Demonstranten um 13 Uhr an der d'Place de l'Europe, vor dem Lycée de Garçons in Luxemburg-Stadt, auf dem Campus Geeseknäppchen und vor dem hauptstädtischen Hauptbahnhof treffen. Die vier Protestzüge werden dann gegen 16.30 Uhr auf der Place Clairefontaine zusammenkommen, wo sie bis etwa 20 Uhr demonstrieren.

Wenn Sie nicht selbst dabei sind, können Sie den Verlauf der Demonstrationen in Luxemburg-Stadt am Freitag auch im LW-Liveticker verfolgen.

In Deutschland war der Zulauf vergangenen Freitag besonders groß. Ein gutes Drittel aller weltweiten Demonstranten - rund 1,4 Millionen - hatten sich nach Schätzungen von Fridays for Future in 575 deutschen Städten an den Protesten beteiligt. Diesmal sind einer Auflistung der Bewegung zufolge Kundgebungen in mindestens 65 Städten geplant.

Die Fridays for Future Bewegung begann im August 2018, als sich Greta Thunberg im Alter von damals 15 Jahren vor das schwedische Parlament setzte, um die Politiker ihres Landes zu einem stärkeren Einsatz für den Klimaschutz aufzufordern. An den Klimaprotesten beteiligen sich vor allem Schüler und Studierende, aber in zunehmendem Maße auch Wissenschaftler und andere Erwachsene.

Gemeinsam fordern sie von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden.

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Thunberg war vor knapp einem Monat nach einem zweiwöchigen Transatlantik-Törn mit einer Hochsee-Rennjacht in New York angekommen. Dort hatte sie zuletzt an Klimaprotesten und Gipfeln der Vereinten Nationen teilgenommen. Am Montag hielt sie bei den UN eine emotionale Rede, in der sie den Staats- und Regierungschefs der Erde eindringlich ins Gewissen redete. In ihrer Heimat Stockholm war ihr am Mittwoch für ihren Einsatz für mehr Klimaschutz der Alternative Nobelpreis der Right Livelihood Stiftung zugesprochen worden.



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