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Weltjugendtag und Auschwitz
International 8 2 Min. 27.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Papst beginnt schwierige Polen-Reise

Weltjugendtag und Auschwitz

Papst Franziskus wurde vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda und dessen Frau Agata Kornhauser-Duda emfpangen.
Papst beginnt schwierige Polen-Reise

Weltjugendtag und Auschwitz

Papst Franziskus wurde vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda und dessen Frau Agata Kornhauser-Duda emfpangen.
Foto: REUTERS
International 8 2 Min. 27.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Papst beginnt schwierige Polen-Reise

Weltjugendtag und Auschwitz

Franziskus geht in Polen auf eine heikle Mission. Er will mit jungen Leuten feiern, kommt aber auch in ein Land, das etwa in der Flüchtlingspolitik ganz eigene Wege geht. Hinzu kommt ein Blick in dunkelste Vergangenheit.

(dpa) - Papst Franziskus ist zu seinem ersten Besuch in Polen eingetroffen. Präsident Andrzej Duda begrüßte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch auf dem Flughafen Krakau.

Franziskus nimmt in der südpolnischen Stadt am Weltjugendtag teil, zu dem sich mehr als eine halbe Million junge Pilger versammelt haben. Zudem will der Argentinier auf seiner fünftägigen Reise das ehemalige deutsche NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen und dort Holocaust-Überlebende treffen. Sein Programm umfasst auch einen Abstecher in den Wallfahrtsort Tschenstochau, wo sich die Schwarze Madonna befindet, das Nationalheiligtum Polens.

Auf seinem Flug von Rom nach Krakau machte Franziskus deutlich, dass er die Welt derzeit in einem Kriegszustand sieht. „Wir dürfen keine Angst haben, die Wahrheit zu sagen: Die Welt ist im Krieg, weil sie den Frieden verloren hat“, sagte er. Franziskus stellte klar, dass er nicht von einem Krieg der Religionen spreche. „Es ist ein Krieg um Interessen, ein Krieg um Geld, ein Krieg um Ressourcen der Natur. (...) Ich spreche nicht von einem Krieg der Religionen.“ Alle Religionen wünschten sich Frieden.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Seine Reise steht unter dem Eindruck mehrerer Anschläge und blutigen Taten in den vergangenen Tagen, darunter in Nice, München, Ansbach und zuletzt der Angriff auf eine katholische Kirche bei Rouen in Nordfrankreich. Die Sicherheitsvorkehrungen in Krakau, wo junge Katholiken aus 187 Staaten am Weltjugendtag teilnehmen, sind sehr hoch.

Mindestens 25 000 Sicherheitskräfte sollen für einen reibungslosen Ablauf des am Dienstag eröffneten Treffens und des Papst-Besuches sorgen. Nach Einschätzung der Veranstalter ist Krakau diese Woche „wahrscheinlich die sicherste Stadt in Europa“.

Vor dem Abflug in Rom war der Papst von 15 jungen Flüchtlingen verabschiedet worden. Sie wünschten ihm am Mittwoch im Vatikan eine gute Reise, wie der Kirchenstaat mitteilte. Die Flüchtlingskrise dürfte auch während des Polen-Besuches eine Rolle spielen.

Das EU-Land weigert sich, in nennenswertem Umfang muslimische Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan aufzunehmen. Zuletzt kam es in Polen vermehrt zu ausländerfeindlichen Übergriffen.

Zum Auftakt seiner Reise wollte Franziskus am späten Nachmittag auf dem Wawel-Schloss in Krakau zunächst die polnische Staatsspitze um Duda und Regierungschefin Beata Szydlo treffen, die in der EU wegen umstrittener Reformen unter Druck steht. Anschließend war eine Begegnung mit polnischen Bischöfen in der Kathedrale geplant.

Das Verhältnis des besonders konservativen polnischen Episkopats zum Papst, der für eine offenere Kirche eintritt, gilt als angespannt. Am Abend wollte Franziskus von einem Fenster des Bischofspalastes aus Teilnehmer des Weltjugendtages grüßen.

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