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Weltgesundheitsorganisation erklärt Corona-Virus zur Pandemie
International 2 11.03.2020

Weltgesundheitsorganisation erklärt Corona-Virus zur Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Corona-Virus am Mittwochabend zur Pandemie erklärt.

Weltgesundheitsorganisation erklärt Corona-Virus zur Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Corona-Virus am Mittwochabend zur Pandemie erklärt.
Foto: AFP
International 2 11.03.2020

Weltgesundheitsorganisation erklärt Corona-Virus zur Pandemie

Am Mittwochabend erklärte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation das Corona-Virus erstmals zur Pandemie.

(SC/dpa) - In einer Pressekonferenz erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO den international grassierenden Corona-Virus erstmals als Pandemie. "Das ist kein Wort, das wir leichtfertig benutzen", erklärte der Generaldirektor der Organisation am Mittwochabend in Genf.

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"Es ist ein Wort, das - im falschen Kontext - unbegründete Angst und oder Nachlässigkeit auslösen kann", so Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dass die Organisation die Situation nun als Pandemie beschreibt, ändere jedoch nichts an der WHO-Einschätzung des Gefahrenpotentials des Virus.

Nach Angaben der WHO hat sich das Virus inzwischen in 115 Länder ausgebreitet, fast 4300 Menschen sind gestorben. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen und Wochen die Zahlen weiter ansteigen werden", sagte Tedros. Er kritisierte dabei fehlendes Handeln durch die Staaten weltweit. "Wir haben die Alarmglocken laut und deutlich geläutet", erklärte der WHO-Chef.

In den letzten beiden Wochen hätten sich die Fallzahlen außerhalb Chinas verdreizehnfacht, die Zahl der betroffenen Staaten verdreifacht. "Alle Länder können den Verlauf dieser Pandemie noch ändern", betonte der 55-Jährige. "Findet, isoliert, testet und behandelt jeden Fall und geht jeder Spur nach."  

Noch nie zuvor habe es eine Pandemie im Zusammenhang mit einem Corona-Virus gegeben, so der Generaldirektor der WHO. Tedros Adhanom Ghebreyesus wies in dem Zusammenhang jedoch auch darauf hin, dass sich 90 Prozent der Fälle derzeit auf nur vier Länder beschränken und dass die Infektionsraten in zweien dieser Länder - China und Südkorea - derzeit signifikant abnehmen.

In 81 Ländern habe es bisher noch keinen Fall des COVID-19-Virus gegeben, in 57 weiteren Ländern seien zehn oder weniger Fälle verzeichnet worden. In Luxemburg sind bis Mittwochabend 18.30 Uhr sieben Fälle bestätigt worden.


Medical staff speak with a patient infected by the COVID-19 coronavirus at Red Cross Hospital in Wuhan in China's central Hubei province on March 10, 2020. - Chinese President Xi Jinping said on March 10 that Wuhan has turned the tide against the deadly coronavirus outbreak, as he paid his first visit to the city at the heart of the global epidemic. (Photo by STR / AFP) / China OUT
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"Alle Länder müssen nun die Balance dazwischen finden, die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen und gleichzeitig den wirtschaftlichen und sozialen Impakt der Maßnahmen zu minimieren", so Tedros am Mittwoch. Man müsse nun verhindern, dass sich Infektionen in bestimmten Ländern und Gegenden zu sehr häufen und dadurch sogenannte "Cluster" entstehen.

Es gibt keine offiziellen Kriterien der WHO, ab wann ein Krankheitsgeschehen als Pandemie einzuordnen ist. Landläufig wird darunter eine Krankheit verstanden, die sich unkontrolliert über Kontinente hinweg ausbreitet. 



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