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Weiterer Missbrauchsverdacht an Uniklinik - Politik fordert Aufklärung
International 12.11.2019

Weiterer Missbrauchsverdacht an Uniklinik - Politik fordert Aufklärung

Weiterer Missbrauchsverdacht an Uniklinik - Politik fordert Aufklärung

Symbolbild: Shutterstock
International 12.11.2019

Weiterer Missbrauchsverdacht an Uniklinik - Politik fordert Aufklärung

Im Sommer waren Verdachtsfälle von sexuellem Kindesmissbrauch an der Klinik in Homburg erst nach Jahren bekanntgeworden. Der Aufschrei war groß. Nun kommt ein weiterer mutmaßlicher Fall dazu: von 2012.

(dpa/lrs) - Ein neuer Verdachtsfall von sexuellem Kindesmissbrauch am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg ist am Dienstag bekanntgeworden. Im Juli 2012 soll ein Mädchen in der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik missbraucht worden sein, berichtete die Zeitung „Frankfurter Rundschau“ (Dienstag). Die Mutter des Kindes sei zunächst nicht darüber informiert worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken ist wegen des mutmaßlichen Übergriffs ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt anhängig. Es sei nach einer Anzeige im August dieses Jahres eröffnet worden, sagte ein Sprecher der Behörde. Die Ermittlungen dauerten an.

Offensichtlich wird an verschiedenen Ebenen immer noch gemauert, wenn es um Aufklärung geht. 

Der neue mutmaßliche Fall von sexuellem Missbrauch eines Kindes am UKS, der erst Jahre später in die Öffentlichkeit dringt, hat unter saarländischen Politikern Empörung ausgelöst. Der saarländische Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine kritisierte die „unzureichende Aufklärung“ dazu an der Klinik. Es sei „beschämend“, dass immer neue Vorwürfe auftauchten, teilte er mit. „Offensichtlich wird an verschiedenen Ebenen immer noch gemauert, wenn es um Aufklärung geht.“


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Bereits Ende Juni war bekannt geworden, dass ein 2016 gestorbener Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKS in Homburg von 2010 bis 2014 mehrere Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht haben soll. Die Eltern der insgesamt 34 möglicherweise betroffenen Kinder waren erst diesen Sommer darüber informiert worden. Die Staatsanwaltschaft hatte damals wegen der Verdachtsfälle ermittelt - das Verfahren aber nach dem Tod des Arztes eingestellt.

Missbrauch auch in der Freizeit?

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet zudem von Vorwürfen, der Assistenzarzt solle auch in seiner Freizeit als Judotrainer Kinder sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken teilte am Dienstag mit, es habe damals auch Ermittlungen gegeben, die sich auf Kinder bezogen, die Mitglieder dieses Judovereins gewesen seien. Es habe sich aber kein konkreter Verdacht der Begehung einer Straftat durch den Beschuldigten ergeben, sagte ein Sprecher.


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Am (morgigen) Mittwoch kommt im saarländischen Landtag der Untersuchungsausschuss „Verdachtsfälle von Missbrauch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Homburg“ zum zweiten Mal zusammen. Er will auch untersuchen, wie die zum jeweiligen Zeitpunkt beteiligten Stellen mit Verdachtsmomenten und Anhaltspunkten umgegangen sind.


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