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Weitere Ministerrücktritte in London erwartet
International 3 22.07.2019

Weitere Ministerrücktritte in London erwartet

Weitere Ministerrücktritte in London erwartet

Foto: Pixabay
International 3 22.07.2019

Weitere Ministerrücktritte in London erwartet

Dass Boris Johnson neuer Regierungschef wird, das ist so gut wie sicher. In London wird schon gerätselt, wer den Hut in der Regierung nehmen muss und wer vom Brexit-Hardliner mit Posten bedacht wird.

(dpa) - Kurz vor der Bekanntgabe der Nachfolge von Premierministerin Theresa May wird mit weiteren Rücktritten von EU-freundlichen Regierungsmitgliedern gerechnet.


Britain's Chancellor of the Exchequer Philip Hammond leaves 11 Downing Street in London on July 10, 2019. (Photo by Tolga AKMEN / AFP)
Britischer Minister schließt Misstrauensvotum gegen Johnson nicht aus
Boris Johnson ist noch nicht einmal offiziell ins Amt des Premierministers gewählt, schon denken die ersten Kabinettsmitglieder über seinen Sturz nach.

Am Wochenende hatten bereits Finanzminister Philip Hammond und Justizminister David Gauke die Aufgabe ihrer Ämter angekündigt, sollte Brexit-Hardliner Boris Johnson neuer Tory- und damit auch Regierungschef werden. Britische Medien vermuten, dass unter anderem noch Entwicklungshilfeminister Rory Stewart den Rücktritt einreichen wird.

Der Ex-Außenminister und frühere Londoner Bürgermeister Johnson gilt als haushoher Favorit für Mays Nachfolge. Viele Konservative trauen dem exzentrischen Politiker zu, dass er enttäuschte Brexit-Wähler wieder ins Boot holen könnte. Seinem Konkurrenten, Außenminister Jeremy Hunt, werden hingegen kaum Chancen eingeräumt. Für Johnson könnte der Konflikt mit dem Iran nach den Tankervorfällen zum ersten "diplomatischen Test2 in seinem neuen Amt werden, so die BBC.

Die Kandidaten um das Rennen des Parteichefs der Konservativen Partei, Boris Johnson (l), ehemaliger Außenminister von Großbritannien, und Jeremy Hunt, Außenminister von Großbritannien, stehen zusammen während einer Debatte.
Die Kandidaten um das Rennen des Parteichefs der Konservativen Partei, Boris Johnson (l), ehemaliger Außenminister von Großbritannien, und Jeremy Hunt, Außenminister von Großbritannien, stehen zusammen während einer Debatte.
Foto: Louis Wood/The Sun/PA Wire/dpa

Die Konservative Partei wird am Dienstag das Abstimmungsergebnis ihrer etwa 160.000 Mitglieder bekannt geben. Britische Medien gehen davon aus, dass Johnson als neuer Premierminister viele Regierungsposten neu besetzen wird. Unter anderem spekulierten Zeitungen über ein Comeback des früheren Brexit-Ministers Dominic Raab, der das Justizministerium übernehmen könnte. Angeblich plant Johnson dem "Telegraph" zufolge, auch Ex-Brexit-Minister David Davis zu reaktivieren und ihn zum Finanz- oder Außenminister zu machen.

Johnson will Großbritannien zu Halloween, am 31. Oktober, aus der Europäischen Union führen - "komme, was wolle". Er drohte Brüssel wiederholt mit einem ungeordneten Austritt. Das hätte jedoch große negative Folgen für die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche.

Am Dienstag wird Mays Nachfolger in einer ersten Rede möglicherweise Details seiner Brexit-Pläne darlegen. Am Mittwoch folgt dann die Amtsübergabe. May wird sich mittags ein letztes Mal den Fragen der Abgeordneten stellen. Anschließend wird sie vor dem Regierungssitz Downing Street eine Abschiedsrede halten und dann bei Königin Elizabeth II. im Buckingham-Palast ihren Rücktritt einreichen.


TOPSHOT - Conservative MP and leadership contender Boris Johnson holds up kipper fish in plastic packaging as he speaks at the final Conservative Party leadership election hustings in London, on July 17, 2019. - The battle to become Britain's next prime minister enters the home straight on Wednesday with both candidates hardening their positions on Brexit, putting the future government on a collision course with Brussels. (Photo by Tolga AKMEN / AFP)
Boris Johnson fischt mit Räucherhering nach Stimmen
Der Favorit für das Amt des britischen Premierministers wettert während einer TV-Debatte gegen die "Brüsseler Eurokraten" – und hält dabei einen verschweißten Fisch in die Höhe.

Die 93-jährige Queen wird direkt danach den neuen Premierminister ernennen und ihn mit der Regierungsbildung beauftragen. Auch von ihm wird dann eine Rede vor seinem Amtssitz erwartet.

May war dreimal mit ihrem mit Brüssel ausgehandelten Austrittsabkommen im Parlament gescheitert. Die Briten hatten sich vor etwa drei Jahren, am 23. Juni 2016, in einem Referendum mit knapper Mehrheit für den EU-Austritt ausgesprochen.


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