Wegen Formfehlers

Atomendlager Bure vorerst gestoppt

Der Anwalt der Umweltorganisationen Etienne Ambroselliam vergangenen Dienstag vor dem Gerichtsgebäude in Bar-le-Duc.
Der Anwalt der Umweltorganisationen Etienne Ambroselliam vergangenen Dienstag vor dem Gerichtsgebäude in Bar-le-Duc.
Foto: AFP

(jag) - Zwischenerfolg für die Gegner des Atomendlagers im lothringischen Bure: Das Verwaltungsgericht in Nancy hat die Genehmigung der Gemeinde Mandes-en-Barrois zum Übertragen des Areals annuliert. Anwohner hatten gegen das Projekt geklagt. Im Detail geht es um die Übertragung eines Geländes an die "Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs" (ANDRA).  

Das Projekt sieht vor, radioaktive Brennstäbe in 500 Meter Tiefe endzulagern. Die Antiatom-Organisation "Sortir du nucléaire" spricht von einem juristischen Sieg. "Die Arbeiten müssen sofort gestoppt werden", so ein Sprecher. 

Laut dem Leiter des Projektes würde das Urteil aber keine grundlegende Veränderung bedeuten. Es sei lediglich ein Formfehler festgestellt worden. Die geheime Abstimmung im Gemeinderat hätte von mindestens einem Drittel der Gemeinderäte beantragt werden müssen. Dies war aber nicht der Fall. 

Laut den Gegnern des Projektes bestünden bei einigen Ratsmitgliedern Interessenkonflikte. So wären Familienmitglieder bei der Agentur, welche das Projekt leitet, angestellt. Andere hätten Jagdlose und wertvolles Agrarland als "Entschädigung" erhalten.    

Die Gemeinde hat nun vier Monate Zeit, um den Formfehler auszubügeln. Allerdings stehe weitere juristische Konflikte an.