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Weg frei für Übergangsregierung im Sudan
International 17.08.2019

Weg frei für Übergangsregierung im Sudan

Mit der am Samstag unterzeichneten Verfassungserklärung soll die Macht aufgeteilt werden.

Weg frei für Übergangsregierung im Sudan

Mit der am Samstag unterzeichneten Verfassungserklärung soll die Macht aufgeteilt werden.
Foto: AFP
International 17.08.2019

Weg frei für Übergangsregierung im Sudan

Das Militär einigt sich mit der Opposition: nach jahrzehntelanger Diktatur steuert das Land auf eine zivile Regierung zu.

(dpa) - Im Sudan haben das Militär und die prodemokratische Opposition mit der Unterzeichnung eines Abkommens zur Machtteilung den Weg für eine Übergangsregierung freigemacht. Die am Samstag von beiden Seiten unterzeichnete Verfassungserklärung soll die Aufteilung der Macht regeln und einer Zivilregierung den Weg ebnen

Dazu soll ein gemeinsamer Rat aus Militärangehörigen und Zivilpersonen gebildet werden, der drei Jahre und drei Monate an der Macht ist. Bei der Unterzeichnung des Abkommens waren auch zahlreiche ranghohe Politiker-Delegationen aus den Nachbarländern anwesend.


A Sudanese boy wearing facepaint on his forehead reading in Arabic "civilian" chants slogans while seated on the shoulders of a man as people celebrate after protest leaders struck a deal with the ruling generals on a new governing body, in the capital Khartoum's eastern district of Burri on July 5, 2019, - The deal, reached in the early hours of July 5 after two days of hard-won talks brokered by Ethiopian and African Union mediators, provides for the interim governing body to have a rotating presidency, as a compromise between the positions of the generals and the protesters. The blueprint proposes that a general hold the presidency for the first 18 months of a three-year transition, with a civilian taking over for the rest. (Photo by ASHRAF SHAZLY / AFP)
Militär und Opposition im Sudan einigen sich auf Übergangsregierung
Im Sudan trägt die Vermittlung der Afrikanischen Union erste Erfolge. Militär und Opposition einigten sich auf die Einrichtung einer gemeinsamen Führung.

Unmittelbar danach gab es in der Hauptstadt Khartum und anderen großen Städten des Landes Jubelfeiern.

„Ich denke, das ist heute der erste Schritt in Richtung auf eine echte, zivile Regierung; heute ist der Augenblick, in dem das sudanesische Volk die Früchte seiner Revolution ernten können, von der es träumte und für die viele starben“, erklärte die Studentin Alas Salah. Sie gilt als Ikone der Protestbewegung, seit sie im weißen traditionellen Gewand von einem Autodach eine flammende Rede hielt und Parolen rief.

Unter dem Druck der Massenproteste hatte das Militär im April den Langzeitpräsidenten Omar al-Baschir abgesetzt, der das Land im Nordosten Afrikas 30 Jahre lang mit harter Hand regiert hatte.