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Was wir wissen, und was nicht
International 2 Min. 14.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Frankreich unter Schock

Was wir wissen, und was nicht

Frankreich stand auch am Samstagmorgen unter dem Schock der verheerenden Terrorattacken in Paris
Frankreich unter Schock

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Frankreich stand auch am Samstagmorgen unter dem Schock der verheerenden Terrorattacken in Paris
AFP
International 2 Min. 14.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Frankreich unter Schock

Was wir wissen, und was nicht

Die verheerendste Terrorserie in Europa seit gut zehn Jahren schockiert die Welt. Nach dem grausigen Tod von mehr als 120 Menschen mitten in Paris versichern viele Staatenlenker Frankreich ihre Hilfe. Doch dabei allein soll es nicht bleiben.

(dpa) - Nach der beispiellosen Anschlagserie von Paris mit mehr als 120 Toten richten sich Staats- und Regierungschefs in aller Welt auf einen massiven und langwierigen Kampf gegen den Terror ein.

 +++ Frankreichs Präsident François Hollande und US-Präsident Barack Obama versicherten einander ihre Zusammenarbeit, um die „Geißel des Terrorismus“ zu besiegen.

Hollande sprach in einer Fernsehsprache an die Nation von einem „erbarmungslosen“ Kampf. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte dem Nachbarn „jedwede Unterstützung“ zu.

+++ Bei mehreren nahezu gleichzeitigen Terrorattacken von mindestens acht Tätern waren am Freitagabend in Paris nach jüngsten Angaben 128 Menschen getötet worden.

Rund 250 wurden verletzt, viele davon schwer, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizquellen berichtete.

Die Attentäter schossen an verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt wild um sich und zündeten mehrere Bomben. Allein in der Konzerthalle „Bataclan“ richteten sie ein Massaker mit mindestens 80 Toten an.

Vier Tote gab es in der Nähe des Stadions Stade de France, wo gerade das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich stattfand.

+++ Die Anschläge ereigneten sich nur zehn Monate nach dem Attentat auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris.

+++ Hollande rief den Ausnahmezustand aus. Die Grenzkontrollen wurden verstärkt - auch mit Blick auf den Weltklimagipfel, zu dem Paris Ende des Monats Spitzenpolitiker aus aller Welt erwartet.

Der französische Präsident empfing am Samstagvormittag die Mitglieder seines Sicherheitskabinetts zu einer Sitzung im Élyseepalast.

+++ Die genauen Hintergründe der Angriffe in Paris waren auch am Morgen noch unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Terrorismus ein.

Befürchtet wurde, dass sich Attentäter oder Komplizen noch auf freiem Fuß befinden könnten.

+++ Nach Polizeiangaben starben mindestens acht Angreifer. Mit einer Ausnahme sprengten sich alle selbst in die Luft, ein Terrorist wurde von der Polizei erschossen.

+++ Alle Indizien deuten darauf hin, dass es sich um eine minutiös vorbereitete Aktion handelte.

+++ Das schlimmste Bild bot sich im „Bataclan“, einer der bekanntesten Konzerthallen von Paris. Allein dort starben mindestens 80 Menschen.

+++ Bei dem Überfall auf das „Bataclan“ soll einer der Männer „Allah ist groß“ gerufen haben. Ein Augenzeuge berichtete ferner, dass die Angreifer ihre Tat mit Frankreichs Militäreinsatz in Syrien begründet hätten.

Nach Augenzeugenberichten waren mehrere unmaskierte Männer in den ausverkauften Saal gestürmt, wo die US-Rockband „Eagles Of Death Metal“ auftrat. Mit Sturmgewehren schossen sie mehr als zehn Minuten wild um sich. Der Boden war anschließend übersät mit Leichen.

Überlebende der Bataclan-Attacke stehen nach den Schüssen unter Schock.
Überlebende der Bataclan-Attacke stehen nach den Schüssen unter Schock.
REUTERS

+++ Zwei Explosionen vor dem Stade de France hatte Hollande auf der Ehrentribüne beim Fußballspiel Frankreich-Deutschland mit angehört. Noch während des Spiels wurde der Präsident dann aus dem Stadion gebracht.

+++ Aus Sorge vor weiteren Anschlägen wurde das Militär verstärkt. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung: „Wir bitten Sie, die eigenen vier Wände nicht zu verlassen und auf Anweisungen der Polizei zu warten.“

+++ US-Präsident Obama verurteilte die Anschläge als „abscheulichen Versuch“, die Welt zu terrorisieren. „Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen.“


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