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Was wir an Tag vier nach den Attentaten wissen
International 19 3 Min. 16.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Terror in Paris

Was wir an Tag vier nach den Attentaten wissen

International 19 3 Min. 16.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Terror in Paris

Was wir an Tag vier nach den Attentaten wissen

Die Bilanz einer Tragödie. Nach dem Chaos hier die Fakten. Was passierte? Wofür gibt es eine Bestätigung?

(mt/ks/afp/dpa) - Chaos, Tod, Zerstörung - die tödlichen Anschläge haben Paris in Angst und Schrecken versetzt. Stunden später klärt sich das Bild. Nach dem Chaos hier die Fakten.

  • Die Terrorwelle hat nach einer Bilanz vom Sonntagabend 132 Tote gefordert. Es gibt 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle. Sieben Terroristen sind gestorben.
  • Es handelte sich um drei Terroristen-Teams, die koordiniert vorgingen.
  • Die Attacken wurden von einer noch unbekannten Zahl islamistischer Attentäter verübt. Sieben Terroristen starben. Einer wurde erschossen, sechs sprengten sich in die Luft. Zunächst war von acht getöteten Angreifern die Rede gewesen.
  • Ein weiterer mutmaßlicher Täter oder Komplize, Salah Abdeslam, befindet sich auf der Flucht. Abdeslam soll einen schwarzen Polo mit belgischem Kennzeichen ausgeliehen haben, der in der Nähe des Bataclan abgestellt war. Laut Medienberichten stoppte die Polizei Salah Abdeslam am Samstag im französischen Cambrai, ließ ihn und seine zwei Beifahrer aber weiterfahren. Am Montag kam es in Brüssel-Molenbeek zu Hausdurchsuchungen, die seiner Person galten.
  • Französische Ermittler haben am Sonntag ein zweites Auto der Attentäter von Paris östlich der französischen Hauptstadt gefunden. In dem Wagen wurden laut Medienberichten drei Kalaschnikows gefunden.
  • Bei der Fahndung nach weiteren Attentätern von Paris sind der belgischen Polizei zwei Terrorverdächtige ins Netz gegangen. Am Montag wurde gegen zwei mutmaßliche Terroristen, die bereits am Samstag festgenommen worden waren, Haftbefehl erlassen. Ein weiterer verdächtigter Dschihadist, der 26-jährige Salah Abdeslam, ist aber nach wie vor auf der Flucht.
  • Bei den Überresten eines der Selbstmordattentäter vom Stade de France wurde ein syrischer Pass gefunden. Die Echtheit des Dokuments ist nach Angaben der Ermittler noch nicht bestätigt. Allerdings stimmen die Fingerabdrücke des Terroristen mit denen überein, die im Oktober 2015 bei einer Kontrolle in Griechenland aufgenommen wurden. Der Pass läuft auf einen 25-jährigen Syrer mit Namen Ahmad Almohammad.
  • Es gibt zahlreiche Verbindungen der Pariser Attentate nach Belgien. Zwei der getöteten Terroristen lebten zuletzt im Großraum Brüssel, sie hatten einen französischen Pass. Besonders im Fokus stehen dabei die drei Brüder Abdeslam.
  • Die Polizei durchsuchte am Samstagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek Wohnungen und nahm fünf Menschen fest. Einer der Festgenommenen soll am Freitagabend in Paris gewesen sein. Sie wurden am Montag teilweise wieder freigelassen.
  • Die Selbstmordattentäter hatten ein Blutbad im Stadion Stade de France während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland geplant. Sie wollten eine Bombe in dem mit knapp 80.000 Fans besetzten Stadion zünden. Das sagte der französische Sport-Staatssekretär laut Nachrichtenagentur AFP am Sonntag.
  • Die Attentäter schlugen am Freitagabend an sechs Orten in Paris und dem Vorort Saint-Denis koordiniert zu, schossen wahllos auf Menschen oder sprengten sich selbst in die Luft. Die Angreifer benutzten Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow und trugen identische Sprengstoffwesten.
  • Jeder der Terroristen trug einen leichten Sprengstoffgürtel mit Batterien und Knöpfen.
  • In ihren Äußerungen während der Geiselnahme sollen laut Zeugenvernehmung die Worte Irak und Syrien gefallen sein.
  • Frankreichs Präsident François Hollande machte am Samstag die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich und sprach von einem „Kriegsakt“. Der IS bekannte sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung im Internet zu den Anschlägen und kündigte neuen weiteren Terror an.


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Auftakt im Terrorprozess
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