Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Warten auf den Weltuntergang? Gruppe lebt jahrelang im Keller
International 2 Min. 15.10.2019

Warten auf den Weltuntergang? Gruppe lebt jahrelang im Keller

Eine Luftaufnahme des einzeln gelegenen Gehöfts im niederländischen Ruinerwold.

Warten auf den Weltuntergang? Gruppe lebt jahrelang im Keller

Eine Luftaufnahme des einzeln gelegenen Gehöfts im niederländischen Ruinerwold.
Foto: AFP
International 2 Min. 15.10.2019

Warten auf den Weltuntergang? Gruppe lebt jahrelang im Keller

Ein verwirrter Mann bittet in einer niederländischen Kneipe um Hilfe. Er habe neun Jahre im Keller gelebt. Die Polizei entdeckt sechs verwirrte Menschen auf einem isolierten Bauernhof. Der älteste ist Österreicher.

(dpa) - Total isoliert von der Außenwelt haben ein 58-Jähriger und sechs junge Leute gut neun Jahre lang im Keller eines Bauernhofes in den Niederlanden gehaust. Die Polizei entdeckte die Gruppe auf einem abgelegenen Bauernhof. Die Menschen würden nun versorgt, teilte die Polizei am Dienstag in der östlich gelegenen Provinz Drenthe mit. Der 58-jährige Mann wurde laut Polizei vorläufig festgenommen. Anders als zuvor berichet, sei er nicht der Vater der jungen Leute, die heute zwischen 18 und 25 Jahre alt sind.

Bei dem Mann handelt es sich Behörden zufolge um einen Österreicher. Der Sprecher des österreichischen Außenministeriums in Wien bestätigte am Dienstagabend entsprechende Berichte niederländischer Medien unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Demnach handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen gebürtigen Wiener.

Der Kneipenwirt hatte die Polizei alarmiert.
Der Kneipenwirt hatte die Polizei alarmiert.
Foto: Wilbert Bijzitter/ANP/dpa

Die Gruppe „lebte in sehr provisorischen Räumen“, sagte der Bürgermeister Roger de Groot. Er nannte keine Details der Wohnung. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Warum die Menschen dort so isoliert wohnten, ist unbekannt. Sie sollen auf „das Ende der Zeiten“ gewartet haben, berichteten niederländische Medien. Die Ermittler wollten diese Darstellung zunächst nicht bestätigen. Es gebe noch sehr viele offene Fragen, sagte der Bürgermeister. Es ist nicht bekannt, in welchem Verhältnis der Mann zu den jüngeren Bewohnern steht.


Kalifornien: Ehepaar hält seine 13 Kinder gefangen
Eine 17-Jährige ruft die Polizei: Sie und ihre zwölf Geschwister werden gefangen gehalten - von den eigenen Eltern. Der Polizei bieten sich erschütternde Bilder. Die Geschwister hatten kaum zu essen oder zu trinken, einige wurden ans Bett gekettet.

Der Wirt der Dorfkneipe in Ruinerwold, etwa 50 Kilometer von der Grenze nach Deutschland entfernt, hatte die Polizei am Montag alarmiert. Bei ihm war ein fremder junger Mann im Lokal aufgetaucht. Er war total verwirrt, wie der Wirt dem TV-Sender RTV Drenthe sagte. „Er sagte, dass er weggelaufen war und Hilfe brauchte.“ Der 25-Jährige habe auch geschildert, dass er neun Jahre lang nicht draußen gewesen sei. Daraufhin rief der Gastwirt die Polizei.

Über die genauen Lebensumstände und den Gesundheitszustand der Gruppe wollte die Polizei vorerst keine Angaben machen. Die Untersuchungen seien noch in vollem Gange. „Alle Szenarien sind noch offen“, sagte eine Sprecherin. Der 58-Jährige sei festgenommen worden, „weil er nicht an unserer Untersuchung mitarbeitete“.

Treppe hinter dem Wohnzimmerschrank

Niederländische Medien berichteten, dass die Polizei hinter einem Schrank im Wohnzimmer eine Treppe entdeckt hatte, die in den Keller führte. Dort hätten der Mann und die jungen Leute gehaust.

Die Dorfbewohner sind schockiert. Sie sagten Reportern, dass sie bei dem Hof immer nur einen Mann gesehen hatten. Von einer Gruppe hätten sie nichts gewusst. Der Hof liegt versteckt hinter Bäumen und etwa 200 Meter vom Rande des Dorfes entfernt. Dazu gehören nach Aussagen von Reportern ein großer Gemüsegarten und eine Ziege. Möglicherweise habe sich die Gruppe jahrelang selbst versorgt.


Former Austrian kidnap victim Natascha Kampusch poses during the presentation of her book "10 Jahre Freiheit" ("10 Years Freedom") marking the 10th anniversary of her escape from her captor Wolfgang Priklopil on August 17, 2016, in Vienna. / AFP PHOTO / APA / HERBERT PFARRHOFER / Austria OUT
Vor zehn Jahren geflohen: „Gefängnis der Gesellschaft“
Natascha Kampusch ist heute 28 Jahre alt. Ein Drittel ihres bisherigen Lebens war sie ihrer Freiheit beraubt. Ihre Selbstbefreiung im Jahr 2006 empfindet sie als schön, doch richtig frei fühlt sie sich zehn Jahre später noch nicht.

 In Österreich weckt der Fall - wenn auch eigentlich anders gelagert - natürlich Erinnerungen an den Fall Josef Fritzl, der vor elf Jahren aufflog. Der Mann hatte 24 Jahre lang seine Tochter in einen Keller im Bundesland Niederösterreich gesperrt und mit ihr sieben Kinder gezeugt. Er wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.




Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kalifornien: Ehepaar hält seine 13 Kinder gefangen
Eine 17-Jährige ruft die Polizei: Sie und ihre zwölf Geschwister werden gefangen gehalten - von den eigenen Eltern. Der Polizei bieten sich erschütternde Bilder. Die Geschwister hatten kaum zu essen oder zu trinken, einige wurden ans Bett gekettet.
Italiener hält Frau als Sexsklavin: Zehn Jahre im Kellerloch
Die italienische Polizei hat ein unglaubliches Martyrium aufgedeckt: Ein 52-jähriger Mann in Gizzeria (Kalabrien) hat eine heute 29-jährige Rumänin zehn Jahre lang in einem Kellerloch gefangen gehalten, sie sexuell missbraucht und zwei Kinder mit ihr gezeugt.
Entführtes Mädchen 18 Jahre in Garten versteckt
Eine Amerikanerin, die als Elfjährige in der Nähe ihres Elternhauses in Kalifornien entführt wurde, ist nach 18 Jahren wieder aufgetaucht. Wie die Polizei im nordkalifornischen Placerville mitteilte, hatte ihr Entführer sie die ganze Zeit in einem Garten versteckt gehalten.
FBI-Agenten durchsuchen das Haus, in dem das Mädchen über 18 Jahre versteckt war.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.