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Wahltag in den USA eröffnet: Wieso im November?
International 3 Min. 08.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Wahltag in den USA eröffnet: Wieso im November?

In Dixville Notch dürften die Wahlen schon abgeschlossen sein.

Wahltag in den USA eröffnet: Wieso im November?

In Dixville Notch dürften die Wahlen schon abgeschlossen sein.
Foto: AFP
International 3 Min. 08.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Wahltag in den USA eröffnet: Wieso im November?

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die US-Wahlen haben am Dienstagmorgen in New Hampshire begonnen. Wieso wird immer an einem Dienstag im November gewählt? Was sind "Swing States?" Fragen und Antworten um einen der wichtigsten Urnengänge auf dem Globus.

(dpa) - Mit Abstimmungen in einigen Örtchen im Bundesstaat New Hampshire hat um Punkt Mitternacht (Ortszeit) der Wahltag in den USA begonnen. Das erste Ergebnis wird aus Dixville Notch erwartet, das schon seit 1960 stets zu Beginn der „Geisterstunde“ votiert.

Hier gibt es weniger als ein Dutzend registrierte Wähler, so dass gleich nach der Stimmabgabe ausgezählt wird. Vor vier Jahren gab es ein Patt zwischen dem Demokraten Barack Obama und dem Republikaner Mitt Romney.

Während das - einzige - Wahllokal in Dixville Notch öffnete, ist der Wahlkampf andernorts noch im Gange: Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gibt in Raleigh (North Carolina) eine Mitternachtskundgebung. In Philadelphia hatten die Demokraten ihre Abschlussveranstaltung. LW-Redakteur Christoph Bumb schildert seine Eindrücke von dort in seinem Blog.

Warum immer an einem Dienstag im November?

Das Rockefeller Center in New York ist zum Wahltag in den Nationalfarben der USA angestrahlt.
Das Rockefeller Center in New York ist zum Wahltag in den Nationalfarben der USA angestrahlt.
Foto: AFP

Seit 1845 ist der Wahltag („Election Day“) in den Vereinigten Staaten stets am Dienstag nach dem ersten Montag im November. Dadurch fällt die Wahl immer auf einen Tag zwischen dem 2. und 8. November.

Im 19. Jahrhundert lebten die meisten Amerikaner noch von der Landwirtschaft. Im Frühjahr und Sommer waren viele Bauern damit beschäftigt, ihre Felder zu bestellen. Im November hingegen war die Erntezeit in den meisten Gebieten vorüber, das Klima dennoch mild und trocken genug, um längere Reisen mit dem Pferdegespann oder zu Fuß anzutreten.

Damals brauchte man oft einen ganzen Tag oder länger, um ins nächstgelegene Wahllokal zu gelangen. Der Sonntag kam weder für die Anreise noch für die Wahl selbst in Frage, denn da ging man in die Kirche. Damit fiel der nächste Tag, also der Montag, schon einmal als Wahltag weg.

Der Kongress wollte außerdem aus zwei Gründen vermeiden, dass der Wahltag auf den 1. November fällt: Zum einen ist dieser Tag ein römisch-katholischer Feiertag (Allerheiligen). Zum anderen machten viele Unternehmer am Ersten jeden Monats ihre Buchhaltung und man wollte vermeiden, dass der wirtschaftliche Erfolg oder Misserfolg des Vormonats die Wahlentscheidung zu sehr beeinflusste.

Was sind "Swing States"?

Die sogenannten „Swing States“ (Wechselwählerstaaten) oder auch „Battleground States“ (Schlachtfeld-Staaten) sind besonders heiß umkämpft. Anders als in anderen Staaten wie beispielsweise New York oder Texas machen hier nicht regelmäßig nur Demokraten oder Republikaner das Rennen, sondern Mehrheiten können auch mal von der einen zur anderen Partei wechseln.

Die Demokraten schneiden an der Ost- und Westküste und die Republikaner im Süden und im mittleren Westen traditionell gut ab. Nur reichen diese Hochburgen für die Demokratin Hillary Clinton oder den Republikaner Donald Trump allein nicht aus, um ins Weiße Haus einzuziehen. Wahlentscheidend sind letztendlich die „Swing States“.

Quer durch die Vereinigten Staaten stehen die Urnen bereit.
Quer durch die Vereinigten Staaten stehen die Urnen bereit.
Foto: REUTERS

In diesem Wahljahr stehen nach Angaben der „Washington Post“ in 15 Staaten spannende und teils ganz enge Rennen bevor. Besonders begehrt sind dabei Florida, North Carolina, Ohio und Pennsylvania, weil diese im Vergleich zu anderen Staaten mehr Wahlmänner und -frauen bestimmen. Diese wählen stellvertretend für das amerikanische Volk den US-Präsidenten und seinen Vize. Jeder Bundesstaat entsendet eine bestimmte Anzahl von Wahlmännern, die sich nach der Bevölkerungsgröße des Staates richtet.

Und dann gibt es Staaten, die Clinton oder Trump eigentlich schon fest auf der Haben-Seite verbucht hatten, in denen es aber plötzlich wieder eng wurde. Dazu gehört beispielsweise New Hampshire. Lange sah es so aus, als ob Clinton den Ostküstenstaat sicher gewinnen würde.

Erste Eindrücke vom Wahltag

Auf Twitter finden sich derweil erste Eindrücke vom Wahlgeschäft. Eugène Berger,  der Fraktionsvorsitzende der DP in der Chamber, hält sich als Wahlbeobachter in Florida auf. Er tweeted Bilder aus Miami.

Der in Luxemburg aufgewachsene Journalist Philip Crowther tweeted derweil von langen Warteschlangen in der Hauptstadt Washington D.C.


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