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"Wahlen werden Türkei auf Jahrzehnte prägen"
International 2 Min. 25.06.2018 Aus unserem online-Archiv

"Wahlen werden Türkei auf Jahrzehnte prägen"

Erdogan richtete sich am Sonntagabend vor der AKP-Zentrale in Ankara an seine Anhänger. Neben ihm erkennt man seine Frau Emine.

"Wahlen werden Türkei auf Jahrzehnte prägen"

Erdogan richtete sich am Sonntagabend vor der AKP-Zentrale in Ankara an seine Anhänger. Neben ihm erkennt man seine Frau Emine.
AFP
International 2 Min. 25.06.2018 Aus unserem online-Archiv

"Wahlen werden Türkei auf Jahrzehnte prägen"

"Heute habt Ihr bei den Wahlen, die das künftige halbe Jahrhundert, die das Jahrhundert unseres Landes prägen werden, wieder auf unserer Seite gestanden“, so Präsident Erdogan am frühen Montagmorgen bei seiner Siegesrede.

(dpa) - Die Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Türkei werden das Land nach Einschätzung von Wahlsieger Recep Tayyip Erdogan auf Jahrzehnte hinaus beeinflussen. „Heute habt Ihr bei den Wahlen am 24. Juni, die das künftige halbe Jahrhundert, die das Jahrhundert unseres Landes prägen werden, wieder auf unserer Seite gestanden“, sagte der bisherige und künftige Präsident am frühen Montagmorgen bei seiner Siegesrede in Ankara. „Meine Brüder, die Sieger dieser Wahl sind die Demokratie, der Wille des Volkes und das Volk höchstpersönlich. Der Sieger dieser Wahl ist jeder einzelne unserer 81 Millionen Bürger.“

Auch außerhalb der Türkei wurde der Sieg Erdogans von seinen Anhängern begeistert aufgenommen. Das Foto entstand am Sonntagabend in Sarajewo.
Auch außerhalb der Türkei wurde der Sieg Erdogans von seinen Anhängern begeistert aufgenommen. Das Foto entstand am Sonntagabend in Sarajewo.
AFP

Mit den Wahlen wurde die Einführung des von Erdogan angestrebten Präsidialsystems abgeschlossen. Erdogan wird künftig Staats- und Regierungschef und mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet. Das Amt des Ministerpräsidenten wird abgeschafft. Die Opposition hatte für den Fall eines Erdogan-Sieges vor einer „Ein-Mann-Herrschaft“ gewarnt.


dpatopbilder - 24.06.2018, Türkei, Istanbul: Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan jubeln nach der Verkündung der vorläufigen Wahlergebnisse vor dem Parteihauptquartier der regierenden AKP-Partei. Foto: Oliver Weiken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Erdogan erklärt sich vor Auszählungsende zum Wahlsieger
Die Auszählung der Stimmen in der Türkei ist noch nicht beendet, da erklärt Präsident Erdogan sich schon zum Sieger. Die Opposition sieht das ganz anders.

Erdogan hatte sich am Sonntagabend während der noch laufenden Auszählung zum Sieger erklärt. Kurz darauf bestätigte der Chef der Wahlkommission, Sadi Güven, dass Erdogan bei der Präsidentenwahl in der ersten Runde die absolute Mehrheit erzielt hat. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hat das von Erdogans AKP angeführte Parteienbündnis bei der Parlamentswahl außerdem die absolute Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung gewonnen.

Erdogan klar vorne

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen bei der Präsidentenwahl komme Erdogan auf 52,55 Prozent. Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Muharrem Ince, kam demnach mit 30,68 Prozent auf Platz zwei. Auch die „Plattform für faire Wahlen“ aus Wahlbeobachtern der Opposition sah Erdogan nach Auszählung von mehr als 96 Prozent der Stimmen bei 52,56 Prozent. Ince kam dort auf 31,34 Prozent. Ince wollte sich erst am Montagmittag zum Ausgang der Wahl äußern.

Erdogan hatte sich bereits vor dem Ende der Auszählung zum Sieger erklärt.
Erdogan hatte sich bereits vor dem Ende der Auszählung zum Sieger erklärt.
AFP

Nach der Sieges-Erklärung Erdogans rief die CHP ihre Anhänger dazu auf, Ruhe zu bewahren. Wie auch immer das Endergebnis ausfalle, das Volk solle sich „nicht provozieren lassen“, sagte CHP-Sprecher Bülent Tezcan am Sonntag in Ankara. Die CHP werde die Situation weiter beobachten, bis die Wahlkommission sich geäußert habe. Die Opposition hatte bei der Stimmenauszählung Manipulationsvorwürfe erhoben. Vereinzelt kam es zu Protesten von Anhängern der Opposition.


Die Wahlbeteiligung soll ungewöhnlich hoch gewesen sein.
Die Türkei hat gewählt
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Bei der Parlamentswahl kommt das von Erdogans AKP geführte Parteienbündnis nach Anadolu-Angaben auf deutlich mehr als 340 der 600 Sitze. Anadolu zufolge lag die Wahlbeteiligung in der Türkei bei gut 88 Prozent. Wahlbeobachter meldeten Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am Sonntag. Erdogan sprach dagegen von einem „Fest der Demokratie“. Knapp 60 Millionen Türken waren zur Wahl aufgerufen, mehr als drei Millionen davon leben im Ausland.

Bei der Präsidentschaftswahl lagen der inhaftierte Kandidat der pro-kurdischen HDP, Selahattin Demirtas, und Meral Aksener von der national-konservativen Iyi-Partei mit gut acht beziehungsweise gut sieben Prozent in etwa gleichauf. Zwei weitere Kandidaten spielten keine Rolle.


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