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Wahlen in Frankreich: Erneut Schlappe für Hollande bei Wahlrunde?
International 29.03.2015 Aus unserem online-Archiv

Wahlen in Frankreich: Erneut Schlappe für Hollande bei Wahlrunde?

Den Sozialisten von Präsident François Hollande drohen erneut Verluste.

Wahlen in Frankreich: Erneut Schlappe für Hollande bei Wahlrunde?

Den Sozialisten von Präsident François Hollande drohen erneut Verluste.
Foto: AFP
International 29.03.2015 Aus unserem online-Archiv

Wahlen in Frankreich: Erneut Schlappe für Hollande bei Wahlrunde?

Die Wahlen in den Départements in Frankreich gehen in die zweite Runde. Den Sozialisten von Präsident Hollande drohen erneut Verluste. Die rechtsextreme Front National und die Konservativen können wieder auf Zulauf zählen.

(dpa) - In Frankreich hat an diesem Sonntag die zweite Runde der Wahlen in den rund 100 Départements des Landes begonnen. Dabei droht den Sozialisten von Präsident François Hollande erneut eine Schlappe. Die rechtsextreme Front National rechnet wieder mit Erfolgen, die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy will,  wie eine Woche zuvor, vorn liegen.

Bisher werden 60 der gut 100 Départements von der Linken gehalten, 40 sind in der Hand der Rechten. Es wird eine Umkehr der Verhältnisse erwartet, nachdem das konservative Bündnis aus UMP und UDI am Sonntag landesweit 28,8 Prozent erreichte. Auf dem zweiten Platz landeten die Rechtsextremen mit 25,2 Prozent noch vor den abgeschlagenen Sozialisten mit 21,5 Prozent.

Eine wichtige Rolle beim Ausgang der Wahl dürfte die Beteiligung spielen. In der ersten Runde war jeder zweite Wahlberechtigte nicht zur Abstimmung gegangen.

Erstmals Frau und Mann als Kandidaten-Duo

Erstmals treten immer eine Frau und ein Mann als Kandidaten-Duo an. So soll eine Frauenquote von 50 Prozent in den Départementsräten gesichert werden. Nur Parteien mit mehr als 12,5 Prozent im ersten Wahlgang dürfen wieder antreten. Nach der ersten Runde kommt es nun in 1614 Kantonen zu Duellen mit zwei Kandidaten-Duos. 278 Mal stehen drei Parteien mit ihren Paaren zur Abstimmung.

Die regionalen Verwaltungseinheiten mit ihren rund 2000 Kantonen sind in etwa mit den Landkreisen in Deutschland zu vergleichen. Aufgerufen zur Abstimmung sind rund 42 Millionen Wählerinnen und Wähler. Die Départements haben im zentralistischen Frankreich zwar wenige Kompetenzen, die Wahl gilt aber als Stimmungstest für das Land

Die Wahllokale öffneten um 8 Uhr. In den meisten Gegenden kann bis 18 Uhr abgestimmt werden, mache Wahlbüros sind auch bis 20 Uhr geöffnet. Nicht abgestimmt wird aus wahltechnischen Gründen in Paris und Lyon sowie zwei der fünf Übersee-Départements Frankreichs.

Hollande, 2012 gewählt und inzwischen extrem unbeliebt, musste bereits bei den Kommunalwahlen im März 2014 und der Entscheidung für das EU-Parlament zwei Monate später heftige Rückschläge hinnehmen. Als Ursache gilt die schlechte Wirtschaftslage mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, wenig Wachstum und vielen Schulden.


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