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Wahl in Algerien: Massenproteste und Sturm auf Wahlbüros
International 4 12.12.2019

Wahl in Algerien: Massenproteste und Sturm auf Wahlbüros

Die Wahl ist begleitet von Protesten. Die Demonstranten sehen die fünf Kandidaten als Teil der alten Machtelite.

Wahl in Algerien: Massenproteste und Sturm auf Wahlbüros

Die Wahl ist begleitet von Protesten. Die Demonstranten sehen die fünf Kandidaten als Teil der alten Machtelite.
Foto: Farouk Batiche/dpa
International 4 12.12.2019

Wahl in Algerien: Massenproteste und Sturm auf Wahlbüros

Im flächenmäßig größten Land Afrikas sind knapp 24,5 Millionen Menschen aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Doch wird das Ergebnis die Gemüter befrieden? Selbst am Wahltag dauern die vor zehn Monaten begonnenen Massenproteste an.

(dpa) - Die mehrfach verschobene Präsidentenwahl in Algerien ist am Donnerstag unter Massenprotesten nachgeholt worden. Allein in der Hauptstadt Algier waren Tausende Menschen auf den Straßen, um gegen die Wahl zu protestieren. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen Demonstranten ein, die versuchten, ein zentral gelegenes Wahlbüro zu schließen. Nach Angaben von Aktivisten gab es zahlreiche Festnahmen.

Der Präsident der Wahlbehörde ANIE zeigte sich mit dem Verlauf des Wahltages zunächst zufrieden. In 95 Prozent der Wahllokale sei der Betrieb reibungslos angelaufen, sagte Mohamed Charfi der algerischen Presseagentur APS. Es gebe einen großen Zulauf an Wählern. Die Behörde gab die Wahlbeteiligung am Mittag mit knapp acht Prozent an.

Zahlreiche Wahlbüros gestürmt

Lokale Medien berichteten von zahlreichen Zwischenfällen in dem flächenmäßig größten afrikanischen Land. Vor allem in den von Berbern dominierten Regionen seien zahlreiche Wahlbüros gestürmt worden, berichtete die Internetseite TSA Algerie. Auf Videos im Internet ist zu sehen, wie Demonstranten Wahlzettel aus den Fenstern werfen. Die Wahlbehörde teilte mit, dass in den Städten Tizi Ouzou und Bejaia die Wahlbüros aus Sicherheitsgründen geschlossen worden seien.

Die Demonstranten lehnen den Urnengang ab, weil sie die Wahl als staatlich gelenkt ansehen. Die fünf zugelassenen Kandidaten sind für viele Demonstranten Teil der alten Machtelite um den zurückgetretenen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Wahlbeobachter der EU waren nicht eingeladen worden. Algerien kämpft mit großen wirtschaftlichen Problemen. Viele Demonstranten forderten bei den Demonstrationen freie und unabhängige Wahlen. Vor allem den Einfluss des Militärs lehnen sie ab.

Es ist der dritte Versuch in diesem Jahr, in Algerien ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Im Februar hatten die Massenproteste gegen die Führung begonnen, als Bouteflika ankündigte, für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren. Auch eine für den Sommer geplante Wahl war aufgrund von Massenprotesten verschoben worden. Knapp 24,5 Millionen Algerier sind als Wähler registriert.


29.03.2019, Algerien, Algier: Demonstranten nehmen an einem Massenprotest gegen den algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika teil. Die Massenproteste gegen Algeriens altersschwachen Präsidenten und die Führung des Landes gehen weiter. Es war der sechste Freitag in Folge mit Massenprotesten. Foto: Farouk Batiche/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte die Behörden auf, einen prominenten Menschenrechtsaktivisten unverzüglich freizulassen. Insgesamt seien mehr als 120 Aktivisten der sogenannten „Hirak“-Bewegung verhaftet worden.

Wahlergebnisse werden im Lauf des Freitags erwartet.


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ARCHIV - 28.04.2014, Algerien, Algier: Abdelaziz Bouteflika, Präsident von ALgerien, nachdem er zum vierten Mal wiedergewählt wurde. Algeriens amtierender Präsident Abdelaziz Bouteflika ist seit 1999 im Amt. Im Gegensatz zu vielen seiner Amtskollegen in der Arabischen Welt hat er die Proteste des sogenannten «Arabischen Frühlings» überstanden und sich im Amt gehalten. (zu dpa "Abdelaziz Bouteflika: Das Gespenst Algeriens" vom 02.03.2019) Foto: Mohamed Messara/EPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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