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Wachsende Kritik an Trumps Ausländerpolitik
International 19.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Wachsende Kritik an Trumps Ausländerpolitik

Wie hier in Los Angeles, gingen die Menschemn an zahlreichen Orten der USA auf die Straßen.

Wachsende Kritik an Trumps Ausländerpolitik

Wie hier in Los Angeles, gingen die Menschemn an zahlreichen Orten der USA auf die Straßen.
AFP
International 19.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Wachsende Kritik an Trumps Ausländerpolitik

Kinder in Drahtkäfigen: Solche Bilder steigern die Kritik an Trumps umstrittener Migrationspolitik. Doch - was für die Mehrheit der Amerikaner völlig inakzeptabel scheint, heißen immerhin mehr als ein Drittel seiner Wähler gut.

(dpa) - Die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump stößt in den USA immer stärker auf Widerstand. Die Praxis, Familien auseinanderzureißen, geht vielen zu weit. Wie aus einer vom Sender CBS am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage hervorgeht, halten es 67 Prozent der Befragten für „inakzeptabel“, Kinder von ihren Eltern zu trennen.

Die Umfrageergebnisse zeigen aber auch eine scharfe Trennlinie zwischen den Positionen von Republikanern und Demokraten. 36 Prozent von Trumps Wählern finden diese Praxis in Ordnung, 39 Prozent sind gegen diese Maßnahmen. Vor allem jüngere und moderate Republikaner gaben an, Familien zu trennen sei inakzeptabel. Bei den Demokraten sagen dies 90 Prozent. Trumps Einwanderungspolitik insgesamt findet nur noch bei 35 Prozent der Befragten Zustimmung. Im Mai waren es 40 Prozent gewesen.


Das Trauma der Grenzkinder
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Am Freitag war bekannt geworden, dass die US-Behörden fast 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt haben. Die Eltern wurden an der Südgrenze der USA als illegale Einwanderer inhaftiert, ihre Kinder kamen in Aufnahmelager oder zu Pflegefamilien. Von den Behörden veröffentlichte Bilder aus einem Lager sorgten für Entrüstung. Sie zeigen Kinder und Jugendliche in Zellen aus Maschendraht. US-Medien sprachen von Einschränkungen in der Berichterstattung durch die Behörden. So durften Journalisten selbst keine Kameras beim Besuch des Kinder-Aufnahmelagers mitnehmen, wie der Sender CBS berichtete.

UN-Generalsekretär António Guterres mahnte indes einen respektvollen Umgang mit Flüchtlingen und Migranten an, ohne direkt auf die US-Politik einzugehen. „Kinder dürfen nicht durch Trennung von ihren Eltern traumatisiert werden. Die Familieneinheit muss gewahrt werden“, erklärte der UN-Chef am Montagabend über seinen Sprecher.

Zuvor hatte US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen die Null-Toleranz-Politik gerechtfertigt. Sie sehe keinen Anlass zu einer Entschuldigung, sagte sie am Sonntag. Trump selbst weist den oppositionellen Demokraten die Schuld für die von ihm und seinem Justizminister Jeff Sessions eingeführte Praxis zu. Die Demokraten blockieren Trump zufolge ein besseres Einwanderungsgesetz im Kongress. Die bisherige Gesetzgebung schreibt der Regierung nicht vor, Kinder von ihren Eltern zu trennen.


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 / AFP PHOTO / Mandel Ngan
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