Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Virus laut China "Ende April unter Kontrolle" - auch Trump beruhigt
International 1 4 Min. 27.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Virus laut China "Ende April unter Kontrolle" - auch Trump beruhigt

US-Präsident Donald Trump ernannte Vizepräsident MIke Pence (2.v.r.) zum Corona-Beauftragten der Regierung.

Virus laut China "Ende April unter Kontrolle" - auch Trump beruhigt

US-Präsident Donald Trump ernannte Vizepräsident MIke Pence (2.v.r.) zum Corona-Beauftragten der Regierung.
Foto: AFP/Eric Baradat
International 1 4 Min. 27.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Virus laut China "Ende April unter Kontrolle" - auch Trump beruhigt

Die Aktienmärkte brechen ein, die US-Gesundheitsbehörde warnt vor einer Ausbreitung des neuen Corona-Virus in den Vereinigten Staaten. Präsident Trump bemüht sich nun mit aller Macht, Sorgen zu zerstreuen.

(dpa) - Nach Warnungen der US-Gesundheitsbehörde CDC vor einer Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus auch in den USA hat Präsident Donald Trump vor einer Panik gewarnt. Das Risiko für Amerikaner sei weiterhin „sehr gering“, betonte Trump bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. 

Er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. Der Präsident betonte zugleich: „Was immer auch passiert, wir sind vollständig vorbereitet.“ Trump kündigte an, Vizepräsident Mike Pence werde in der US-Regierung den Kampf gegen das Virus leiten.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Trump schloss weitere Reiseeinschränkungen wegen des Virus nicht aus. Derzeit dürfen Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren, nicht in die USA einreisen. Trump sagte, solche Einschränkungen könnten auch gegen Reisende aus anderen Ländern verhängt werden, in denen sich das Virus ausbreitet. China ist bislang am stärksten von der Epidemie betroffen. Man hoffe aber stattdessen, die Restriktionen gegen China baldmöglichst aufheben zu können, sagte der Präsident.

China: Virus bis Ende April unter Kontrolle

Nach Darstellung des Chefs der Expertenkommission der chinesischen Regierung, Zhong Nanshan, wird die Corona-Krise noch länger andauern. „Wir sind zuversichtlich, dass es Ende April im Wesentlichen unter Kontrolle sein wird“, sagte der Professor am Donnerstag in der südchinesischen Stadt Guangzhou.

Mit Blick auf den Ausbruch der Lungenkrankheit in anderen Ländern überraschte Zhong Nanshan mit der These, dass die ersten Infektionen zwar in China berichtet worden seien, aber der Ursprung des Sars-CoV-2 nicht unbedingt in China gewesen sein müsse. Beweise dafür legte der Experte aber nicht vor.


Corona-Virus: Die Verbreitung im Überblick
Das neuartige Corona-Virus breitet sich weltweit aus. Wir haben einen interaktiven Überblick mit Fallzahlen und betroffenen Ländern zusammengestellt.

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus ist in China am Donnerstag erneut um 433 gestiegen. Weitere 29 Menschen starben an der Lungenkrankheit, wie die Gesundheitskommission am Donnerstag in Peking berichtete. Damit sind bereits 2744 Tote in Festlandchina zu beklagen. 

Seit einer neuerlichen Änderung der Zählweise vergangene Woche hat sich der täglich berichtete Anstieg der neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus und der Todesfälle in der offiziellen Statistik Chinas deutlich reduziert. Auch werden weniger Fälle außerhalb der Provinz Hubei gemeldet. Beides wird von amtlichen Stellen gerne zitiert, wenn dazu aufgerufen wird, an anderen Orten des Landes zur Normalität zurückzukehren und die Produktion wieder aufzunehmen. Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus.

Außerhalb von Festlandchina wurden inzwischen aus mehr als 40 Ländern und Regionen mehr als 3300 Infektionen und mehr als 50 Tote gemeldet, wie aus einer Aufstellung des chinesischen Internetunternehmens Tencent hervorging.

Betroffene auf dem Weg der Besserung

Die Sorge vor einer Ausbreitung des Virus hatte die Aktienmärkte einbrechen lassen. US-Präsident Trump zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Märkte erholen würden. Zugleich räumte er ein, dass die Krise um das Virus negative Folgen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA haben werde. „Das würde sich auf das BIP auswirken.“


Point-presse “coronavirus“ - Paulette Lenert -  Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Corona-Virus: "Luxemburg ist keine Insel"
Das Gesundheitsministerium informierte am Mittwoch die Öffentlichkeit über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus.

Gesundheitsminister Alex Azar sagte bei der Pressekonferenz im Weißen Haus, bislang gebe es 15 Fälle in den USA, bei denen der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden sei. Hinzu kämen 45 Fälle von Amerikanern, die aus China oder Japan ausgeflogen worden seien. „Unsere Eindämmungsstrategie hat funktioniert.“ Trump sagte, die meisten der 15 Betroffenen, die in den USA diagnostiziert worden seien, seien auf dem Weg der Besserung.

Das CDC teilte am Mittwochabend mit, unter den 15 in den USA diagnostizierten Fällen sei einer, der nach bisherigen Erkenntnissen weder in ein Gebiet mit Infektionen gereist sei noch Kontakt zu einem anderen Infizierten gehabt habe. Das wäre ein Novum in den USA.

Impfstoff erst in ein bis eineinhalb Jahren

CDC-Vizedirektorin Anne Schuchat sagte bei der Pressekonferenz, man erwarte weitere Fälle. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte, bis ein Impfstoff gegen das Virus einsetzbar sei, könnten ein bis eineinhalb Jahre vergehen.

Die Leiterin der CDC-Abteilung für Immunisierung und Atemwegserkrankungen, Nancy Messonnier, hatte am Dienstag gesagt, es sei weniger eine Frage, ob sich das Virus in den USA ausbreiten würde, sondern vielmehr, wann das geschehen werde.

Scharmützel mit Demokraten gehen weiter

Trump wies Kritik der oppositionellen Demokraten an seiner Reaktion auf das Virus zurück. Trump hatte am Dienstag bei einem Besuch in Neu-Delhi gesagt, das Virus sei in den USA „sehr unter Kontrolle“. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sagte dem Sender CNN dazu am Mittwoch: „Ich denke nicht, dass der Präsident weiß, wovon er spricht. Wieder einmal.“

Trump nannte Pelosi am Mittwoch „inkompetent“. Er fügte hinzu: „Sie sollte sagen, wir arbeiten zusammen, weil wir ein potenziell großes Problem haben. Und vielleicht wird es nur ein sehr kleines Problem sein.“ Pelosi versuche, Panik zu verbreiten. „Und es gibt keinen Grund, panisch zu sein.“

Trumps Regierung hatte vom Kongress die Bewilligung von 2,5 Milliarden Dollar zum Kampf gegen das neuartige Corona-Virus beantragt. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, nannte das „zu wenig und zu spät“. Er schlug ein Budget von 8,5 Milliarden Dollar vor, um das Virus zu bekämpfen. Trump sagte, seine Regierung werde die Mittel annehmen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema