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Vier Tote nach Schießerei mit Geiselnahme in Liège
International 11 2 Min. 29.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Vier Tote nach Schießerei mit Geiselnahme in Liège

International 11 2 Min. 29.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Vier Tote nach Schießerei mit Geiselnahme in Liège

Ein Mann hat am Dienstag zwei Polizistinnen und einen Passanten erschossen und sich in einer Schule verschanzt. Er wurde von der Polizei getötet. Möglicherweise gab es bereits am Vorabend ein weiteres Opfer.

(mth/tom) - In Liège ist es am Dienstagmorgen gegen 10.30 Uhr zu einer Schießerei mit Geiselnahme gekommen. Ein bewaffneter Mann hatte sich in einer Sekundarschule verschanzt. Eine Spezialeinheit der Polizei hat die Schule offenbar gestürmt und den Geiselnehmer erschossen

Der Mann hatte vor einem Café auf dem Boulevard d'Avroy  im Zentrum von Liège zwei Polizistinnen zuerst mit einem Messer attackiert und einer von ihnen die Dienstwaffe entrissen. Danach erschoss er die beiden Beamtinnen und einen 22-jährigen, der zufällig mit dem Auto vorbeifuhr

Er soll sich anschließend im nahen Lycée de Waha verschanzt haben und dort eine Frau als Geisel genommen haben. Die Schüler hatten sich im obersten Stock des Gebäudes in Sicherheit gebracht. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei aus Liège stürmte das Gebäude und erschoss den Mann. Die Geisel, eine Putzkraft der Schule, sowie Schüler und Lehrer sind unversehrt. Zwei Polizisten wurden bei dem Zugriff verletzt. 

Ermittlungen wegen Terrorismusverdachts

Laut der Zeitung "La Libre Belgique" schließt die Staatsanwaltschaft einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Es gegbe Anhaltspunkte, so ein Sprecher. Medienberichte, nach denen der Täter kurz vor seinem Tod "Allahu Akbar" geschrien haben soll, bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage aber nicht. 

Der belgische Innenminister Jan Jambon schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, das nationale Krisenzentrum prüfe die Situation.  Die Terrorwarnstufe in dem Land bleibt auf Stufe zwei. Dies habe ein Sprecher des nationalen Krisenzentrums am Dienstag gesagt, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. „Im Moment ändert sich nichts.“

Polizisten untersuchen den Tatort, an dem zuvor Schüsse gefallen sind.
Polizisten untersuchen den Tatort, an dem zuvor Schüsse gefallen sind.
Foto: Eric Lalmand/BELGA/dpa

Der staatliche Rundfunksender RTBF meldete, der Täter, ein Belgier namens Benjamin H., sei 36 Jahre alt, stamme aus Rochefort und habe bis vergangenen Montag wegen "klassischer" Straftaten wie Diebstahl und Drogendelikten im Gefängnis gesessen. Er habe als "psychisch instabil und gewalttätig" gegolten, sei aber nicht wegen Radikalisierung bekannt gewesen. 

H. sei am Montag aufgrund eines Hafturlaubs auf freiem Fuß gewesen und habe in der Nacht zum Dienstag in der Province du Luxembourg eine nicht näher bezeichnete Straftat begangen. 

Die belgische Ausgabe der Zeitschrift "Paris Match" spekuliert, H. könne in Zusammenhang mit einem in der Nacht zu Montag begangenen Mord in der Nähe seines Aufenthaltsorts stehen. Dort war ein drogensüchtiger Mann mit einem Hammer erschlagen worden, die beiden sollen sich gekannt haben. 

Der Tageszeitung "Le Soir" zufolge wollten die Polizistinnen eine Identitätskontrolle bei dem Mann durchführen.

Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort und hatte das Viertel hermetisch abgeriegelt. Zeugen berichteten von Schüssen aus automatischen Waffen, die gefallen seien. 




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