Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Vier Kardinäle distanzieren sich
International 12.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Beschwerdebrief an Papst

Vier Kardinäle distanzieren sich

Kardinal André Vingt-Trois, Paris, dementierte seine Beteiligung an dem Schreiben an Papst Franziskus.
Beschwerdebrief an Papst

Vier Kardinäle distanzieren sich

Kardinal André Vingt-Trois, Paris, dementierte seine Beteiligung an dem Schreiben an Papst Franziskus.
Guy Jallay
International 12.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Beschwerdebrief an Papst

Vier Kardinäle distanzieren sich

Nachdem die italienische Zeitschrift "L'Espresso" am Montag das Schreiben und die Namen von 13 angeblichen Unterzeichnern im Internet veröffentlichte, dementierten bis zum Nachmittag vier der Kardinäle, den Brief unterschrieben zu haben.

(KNA) - Um einen Beschwerdebrief von Kardinälen an Papst Franziskus zur Bischofssynode gibt es Verwirrung. Nachdem die italienische Zeitschrift "L'Espresso" am Montag das Schreiben und die Namen von 13 angeblichen Unterzeichnern im Internet veröffentlichte, dementierten bis zum Nachmittag vier der Kardinäle, den Brief unterschrieben zu haben.

Nach Darstellung von "L'Espresso" äußerten die Kardinäle, die dem konservativen Lager der augenblicklich im Vatikan tagenden Synode angehören, Sorge über eine Manipulation der Bischofsversammlung. Die Wiedergabe des Textes sowie ein einordnender Beitrag stammten von Sandro Magister, Vatikan-Experte von "L'Espresso".

Magister hatte im Juni den Text der Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus unter Brechung der Sperrfrist und in einer zwischenzeitlich überarbeiteten Fassung veröffentlicht. Dafür entzog ihm der Vatikan die Akkreditierung auf unbestimmte Zeit. Ein Kollege Magisters bei der Tageszeitung "La Repubblica", die zum gleichen Verlag gehört, erhielt keinen Platz im Journalistentross des Papstes bei dessen Reise nach Kuba und in die USA im September.

Laut dem aktuellen Beitrag in "L'Espresso" teilte Kurienkardinal George Pell zum Synodenbeginn vor einer Woche dem Papst schriftlich die Besorgnis mit, die Arbeitsweise der Synode solle "vorherbestimmte Ergebnisse in wichtigen kontroversen Fragen erleichtern". Von den 13 angeblichen unterzeichnenden Kardinälen dementierten bislang Angelo Scola aus Mailand, Andre Vingt-Trois aus Paris und Peter Erdö aus Budapest sowie der Leiter des päpstlichen Gnadengerichts, Mauro Piacenza, ihre Beteiligung.

Auch der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, soll laut "L'Espresso" zu den Unterzeichnern gehören. Sicher ist das jedoch derzeit nicht. Aus Müllers Büro war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Existenz des Briefes selbst wurde von Vatikansprecher Federico Lombardi nicht dementiert. Lombardi sagte jedoch am Montag vor Journalisten, es handle sich um ein "vertrauliches" Schreiben, zu dem es nichts weiter zu kommentieren gebe.

Dem Vernehmen nach war das Schreiben Anlass für eine überraschende Wortmeldung des Papstes am Dienstag. Dabei mahnte Franziskus die Synodenteilnehmer, sich nicht in Verschwörungstheorien zu ergehen. Zugleich betonte er, die katholische Lehre über Ehe und Familie sei unverändert gültig. Auch dürfe die Synode nicht auf die Frage des Umgangs mit wiederverheiraten Geschiedenen reduziert werden.

Mehr zum Thema Bischofssynode in unserem Dossier.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Nach Gerüchten um Hirntumor
„Die Verbreitung völlig unbegründeter Nachrichten über die Gesundheit des Heiligen Vaters durch ein italienisches Presseorgan ist höchst verantwortungslos und nicht der Aufmerksamkeit wert“, so ein Sprecher des Vatikans.
Papst Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch
Veröffentlichung des Beschwerdebriefs an Papst
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat die Veröffentlichung eines Beschwerdebriefes an den Papst im Internet kritisiert. Dass ein privates Schreiben an den Papst veröffentlicht werde, sei ein "Skandal", sagte der Präfekt der Glaubenskongregation.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: "Ich sage nicht, ob ich unterschrieben habe oder nicht".