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Viele Tote bei Selbstmordattentaten in Syrien: Koordinierte Anschläge in Homs
In der syrischen Stadt Homs kam es zu den Attentaten.

Viele Tote bei Selbstmordattentaten in Syrien: Koordinierte Anschläge in Homs

Quelle: Google Maps
In der syrischen Stadt Homs kam es zu den Attentaten.
International 25.02.2017

Viele Tote bei Selbstmordattentaten in Syrien: Koordinierte Anschläge in Homs

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Mehr als 40 Menschen sollen bei Anschlägen in der syrischen Stadt Homs umgekommen sein. Unter anderem der Chef des syrischen Militärgeheimdienstes soll getötet worden sein.

(dpa/AFP/dco) - Mehrere Selbstmordattentäter sollen in der zentralsyrischen Stadt Homs nach Angaben von Aktivisten mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Anschläge hätten sich gegen Gebäude des Militärgeheimdienstes und der Staatssicherheit gerichtet, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag berichtete.

Unter den Opfern sind demnach viele Angehörige der syrischen Armee. Wie das syrische Staatsfernsehen berichtete, soll auch der  Chef des syrischen Militärgeheimdienstes, General Hassan Daaboul, unter den Opfern sein. Daaboul galt als Vertrauter des syrischen Präsidenten  Baschar al-Assad.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach unter Berufung auf den Gouverneur von Homs von 32 Toten und 24 Verletzten. Es hätten sich sechs Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Die radikalislamische Rebellengruppe Fatah al-Scham bekannte sich zu den Angriffen. Fünf Extremisten hätten die Einrichtungen gleichzeitig attackiert, behauptete die Gruppe, die als Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida in Syrien gilt. Die Stellungnahme konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Schwere Anschläge schon am Freitag

In der Vergangenheit hatte die Terrormiliz Islamischer Staat solche Anschläge aber für sich beansprucht. Die Dschihadisten attackierten wiederholt Viertel der religiösen Minderheit der Alawiten in der Stadt. Dieser gehört auch Machthaber Baschar al-Assad an.

Homs liegt zwischen der Hauptstadt Damaskus und dem nordsyrischen Aleppo. Die Großstadt ist in den Händen der Regierung. Truppen von Machthaber al-Assad belagern und beschießen den von Rebellen besetzten Stadtteil Al-Waer.

Bereits am Freitag hatte ein schwerer Anschlag den Norden des Bürgerkriegslandes erschüttert. Menschenrechtlern zufolge starben bei einem Rebellenstützpunkt nordwestlich der Stadt Al-Bab 77 Menschen. Diese Tat reklamierte die IS-Terrormiliz für sich.


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