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Verzögerungen bei Impfstoffen: "Es ist ein Skandal"
International 24.01.2021

Verzögerungen bei Impfstoffen: "Es ist ein Skandal"

In Großbritannien wird der Impfstoff von Astrazeneca bereits im großen Stil verabreicht.

Verzögerungen bei Impfstoffen: "Es ist ein Skandal"

In Großbritannien wird der Impfstoff von Astrazeneca bereits im großen Stil verabreicht.
Foto: AFP/Oli Scarff
International 24.01.2021

Verzögerungen bei Impfstoffen: "Es ist ein Skandal"

Wegen fehlender Impfstofflieferungen droht die EU ihre Ziele bei der Eindämmung des Corona-Virus zu verfehlen. Ratschef Michel droht der Pharmaindustrie nun mit juristischen Konsequenzen – und auch in Luxemburg regt sich Kritik.

(dpa/jt) - EU-Ratspräsident Charles Michel hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen angesichts von Lieferverzögerungen vor möglichen Konsequenzen gewarnt. „Wir erwarten, dass die von den Pharmaunternehmen bestätigten Verträge eingehalten werden“, sagte Michel am Sonntag dem französischen Sender Europe 1. Um die Einhaltung der Verträge zu gewährleisten, könne die EU auch „juristische Mittel“ nutzen.

Man verstehe, dass es Probleme geben könne, erklärte Michel. Es brauche aber Klarheit über die Gründe. So habe Pfizer anfangs Verzögerungen von Impfstofflieferungen von mehreren Wochen angekündigt. Nachdem man mit der Faust auf den Tisch gehauen habe, sei es dann aber nur noch um eine Woche gegangen.

Nach der Pharmaunternehmen-Kooperation aus Biontech und Pfizer hatte am Freitag auch der Hersteller Astrazeneca angekündigt, zeitweise weniger Impfstoff liefern zu können als ursprünglich geplant. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette, hieß es. 

Kritik aus Luxemburg an Astrazeneca

Der Luxemburger LSAP-Politiker Georges Engel übte scharfe Kritik an dem Vorgehen von Astrazeneca. Es sei ein Skandal, dass der schwedisch-britische Produzent seine Verpflichtungen gegenüber der EU nicht einhalte, während Großbritannien die angefragten Impfstoffdosen bekomme, schrieb Engel am Samstag auf Twitter. Die EU müsse „mit aller Konsequenz“ auf die Einhaltung der Verträge pochen.

Astrazeneca hat seinen Impfstoff zusammen mit der britischen Universität Oxford entwickelt. Er wird in Großbritannien bereits genutzt. Für diese Woche wird auch eine Zulassung in der Europäischen Union erwartet.   

Impfquote von 70 Prozent kaum erreichbar

Die Brüsseler Behörde geht eigentlich davon aus, dass die Mitgliedstaaten mit den von ihr eingekauften Impfstoffen bis Ende des Sommers mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung impfen können. EU-Ratspräsident Charles Michel räumte am Sonntag ein, dass dieses Ziel nur schwierig zu realisieren sein werde.


30.12.2020, Bayern, Gauting: Ein Mitarbeiterin der Asklepios Klinik bereitet den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor. Zahlreiche Mitarbeiter der Klinik haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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