Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Verwaltungsgericht: „Open Arms“ darf in italienische Gewässer fahren
International 14.08.2019

Verwaltungsgericht: „Open Arms“ darf in italienische Gewässer fahren

Unterwegs nach Italien: Die "Open Arms"

Verwaltungsgericht: „Open Arms“ darf in italienische Gewässer fahren

Unterwegs nach Italien: Die "Open Arms"
Foto: Friedrich Bungert/Sea Watch/dpa
International 14.08.2019

Verwaltungsgericht: „Open Arms“ darf in italienische Gewässer fahren

Nach tagelanger Hängepartie entscheiden die Richter: Das spanische Rettungsschiff darf italienische Hoheitsgewässer betreten, um medizinische Hilfe für einige seiner Passagiere zu ermöglichen.

Rom (dpa) - Ein italienisches Verwaltungsgericht hat dem Rettungsschiff „Open Arms“ wegen einer festgestellten Notlage erlaubt, in die Territorialgewässer Italiens zu fahren. Das Gericht in Rom habe unter anderem auf Grundlage ärztlicher und psychologischer Gutachten einen Antrag auf Einfahrt bewilligt, damit den im Mittelmeer geborgenen Migranten umgehend Hilfe zukommen könne, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwochabend unter Berufung auf das Gericht. Das Innenministerium kündigte an, die Entscheidung anzufechten.


2018 sind insgesamt 2.277 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken, so die Zahlen des UNHCR. Bis Anfang August 2019 waren es 840.
Seenotretter auf Irrfahrt: 500 Menschen suchen einen Hafen
Die Rettungsschiffe „Open Arms“ und „Ocean Viking“ haben insgesamt mehr als 500 Menschen an Bord. Ein Appell, die Minderjährigen von Bord zu lassen, blieb ungehört. Die Lage für die Migranten spitzt sich zu.

Kurz zuvor hatte Innenminister Matteo Salvini bei einem Auftritt noch gesagt, dass er das Einfahren des Schiffes weiterhin verhindern wolle. Das Schiff der spanischen Organisation Proactiva Open Arms hatte im Mittelmeer vor fast zwei Wochen 121 Menschen und am Samstag weitere 39 aufgenommen. Derzeit befinden sich an Bord des Schiffes noch 147 Menschen, nachdem mehrere Migranten unter anderem wegen ihres Gesundheitszustands zuvor an Land gebracht wurden. Das Schiff harrte tagelang in internationalen Gewässern in der Nähe der italienischen Insel Lampedusa aus. Nach Angaben der Seenotretter sollte am Mittwoch schlechtes Wetter aufziehen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Italien droht: Hafensperre für Rettungsschiffe?
Tausende gerettete Migranten kommen jeden Monat in Italien an. Das Land will von den EU-Partnern entlastet werden. Kommt es beim Innenministertreffen an diesem Donnerstag weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Seit Jahresbeginn haben mehr als 85.000 Gerettete die italienischen Küsten erreicht.