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Wie kam der achtjährige Joe in die Kanalisation?
International 25.06.2022
Oldenburg

Wie kam der achtjährige Joe in die Kanalisation?

Oldenburg: Polizisten untersuchen den Gullydeckel.
Oldenburg

Wie kam der achtjährige Joe in die Kanalisation?

Oldenburg: Polizisten untersuchen den Gullydeckel.
Foto: Andre van Elten/dpa
International 25.06.2022
Oldenburg

Wie kam der achtjährige Joe in die Kanalisation?

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Der vermisste Junge lebt: Joe wurde am Samstag nach tagelanger Suche in einem Gully gefunden - äußerlich unverletzt, aber viele Fragen sind offen.

Spektakuläres Ende einer Vermisstensuche am Samstag: Der achtjährige Joe, der seit über einer Woche im Raum Oldenburg als vermisst galt, konnte am Samstagmorgen lebend aufgefunden werden. Dabei kam dem Jungen und den suchenden Einsatzkräften ein Frühaufsteher zu Hilfe: Der Spaziergänger hatte um kurz vor 6.30 Uhr in der Oldenburger Kranichstraße Geräusche unter einem Kanaldeckel gehört - laut Medienberichten nur etwa 300 Meter von Joes Elternhaus entfernt. 

Sofort alarmierte der Mann Polizei, Feuerwehr und die Rettungsdienste. Die Einsatzkräfte öffneten daraufhin den Kanaldeckel und fanden den geistig behinderten Jungen äußerlich unverletzt, aber unterkühlt vor. Joe wurde versorgt und in ein Oldenburger Krankenhaus gebracht.


Suchaktion Kleinkind in Linger Weiher. Foto:Gerry Huberty
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Wie der Achtjährige in den Kanal geraten ist, und wie lange er sich darin aufgehalten hat, versucht die Polizei nun herauszufinden. Dabei öffnet sie auch benachbarte Kanaldeckel, um abzuklären, ob der Junge vielleicht durch das Kanalsystem gewandert sein könnte. Auch Kameras sollen zum Einsatz kommen.  Die Ergebnisse dieser Ermittlungen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, so die Mitteilung der Polizei. 

Befragt worden sei der Junge noch nicht, so die Polizei am Sonntagmorgen. Joes Vater bedankte sich öffentlich bei allen Helfern, beantwortete aber keine weiteren Fragen. 

Offene Fragen

Ungeklärt ist in der Sache noch einiges: An welcher Stelle der Junge in den Kanal kam, ob er dabei alleine war und wie er es so lange darin aushalten konnte, zum Beispiel. An Stellen, die einen Zugang ins Kanal-Labyrinth erlauben, ohne dass Joe dafür hätte (zu) schwere Gullydeckel hochheben müssen, hätten Hunde jedenfalls nicht angeschlagen, so die Polizei. Ob der Junge am Samstag noch die gleiche Kleidung trug wie am Tag seines Verschwindens, sagte die Polizei nicht. 

Tagelange Suche mit schlechter Prognose

Joe war am 17. Juni zuletzt gesehen worden. Die Suche nach dem vermissten Jungen war tagelang sehr intensiv geführt worden, Drohnen, Hunde und Hubschrauber waren im Einsatz, die Bevölkerung nahm großen Anteil und half in Absprache mit den Einsatzkräften bei der Suche. Dass die Hoffnung, Joe lebend zu finden, stetig schwand, zeigt die Tatsache, dass die Polizei bereits eine Mordkommission eingerichtet hatte. Es gab Zeugenaussagen, die ein Verbrechen nahelegten. 

Der kleine Joe war vor über einer Woche als vermisst gemeldet worden.
Der kleine Joe war vor über einer Woche als vermisst gemeldet worden.
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

 

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