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Vermindertes Lungenvolumen durch Covid-19 möglich
International 12.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Vermindertes Lungenvolumen durch Covid-19 möglich

Eine Scanner-Aufnahme der Lunge eines Patienten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Vermindertes Lungenvolumen durch Covid-19 möglich

Eine Scanner-Aufnahme der Lunge eines Patienten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat.
Remko De Waal/ANP/dpa
International 12.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Vermindertes Lungenvolumen durch Covid-19 möglich

Neue Erkenntnisse zeigen, dass bei einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf mit Spätfolgen zu rechnen ist.

(dpa) - Bei der neuen Lungenkrankheit Covid-19 ist es aus Expertensicht noch zu früh für gesicherte Aussagen über mögliche Spätfolgen. Bei heftigeren Verläufen, etwa mit schwerem Lungenversagen und langer Beatmungsdauer, seien aber durchaus Restsymptome wie ein vermindertes Lungenvolumen zu erwarten, sagte der Mediziner Sven Gläser vom Vivantes-Klinikum Neukölln. Bei Patienten mit leichteren Lungenentzündungen sei hingegen abgeleitet von ähnlich verlaufenden anderen Lungenerkrankungen anzunehmen, dass sie keine relevanten Folgen befürchten müssen.


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Anhand erster Erfahrungen sei anzunehmen, dass die überwiegende Mehrzahl der Patienten ohne spürbare Einschränkungen nach Hause entlassen werde, sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Michael Pfeifer, der Deutschen Presse-Agentur. Belastbare Studien zu dem Thema fehlten allerdings bisher, für Deutschland sei für Mai mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) wird bisher bei etwa zwei Prozent der Sars-CoV-2-Infizierten in Deutschland eine Lungenentzündung beobachtet. Ein Teil der Patienten muss beatmet werden, und dies oft über längere Zeit.

Künstliche Beatmung in manchen Fällen kontraproduktiv

Die möglichen Folgen bei schweren Verläufen müssen in solchen Fällen nicht allein auf das Virus zurückgehen, wie Gläser erklärte. Auch die maschinelle Beatmung sei ein nicht vermeidbarer, aber potenziell schädlicher Reiz für das Lungengewebe. Hinzu kämen teils Komplikationen wie bakterielle Infektionen während der relativ langen Zeit, die Covid-19-Patienten auf der Intensivstation liegen.


A laboratory technician from Dr. Dangs Lab displays a coronavirus testing tube for a drive-through service during a government-imposed nationwide lockdown as a preventive measure against the COVID-19 coronavirus, in New Delhi on April 7, 2020. (Photo by Sajjad  HUSSAIN / AFP)
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Gläser mahnt an, dass Patienten nach überstandener Erkrankung kontrolliert werden sollten, um den Verlauf weiter im Auge zu behalten. Momentan gebe es keine verbindlichen Empfehlungen zur Nachverfolgung. Ein einheitlicher Standard sei nötig, idealerweise mit systematischer Erfassung der Ergebnisse.

Um genesene Patienten systematisch nachzuverfolgen, liefen erste Vorbereitungen, sagte Pfeifer von der DGP. Ein Teil der Patienten werde nach einem schweren Verlauf eine Reha-Behandlung benötigen. Hierzu würden aktuell Konzepte erstellt.

Der Virologe Christian Drosten hatte kürzlich im NDR-Podcast gesagt, dass es Hinweise darauf gebe, „dass die Patienten in ihrem Allgemeinzustand lange brauchen, um sich zu erholen“. Mehr als einen Monat nach Krankenhausentlassung seien Patienten nach schweren Verläufen noch allgemein geschwächt. Auch die Lungenfunktion scheine nicht gut zu sein nach überstandener schwerer Infektion.


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