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Verkehrsminister: Johnson zu stürzen, war ein schwerer Fehler
International 27.08.2022
Nachfolger am 5. September

Verkehrsminister: Johnson zu stürzen, war ein schwerer Fehler

Johnson hatte Anfang Juli nach massiver Kritik aus der Partei seinen Rückzug angekündigt.
Nachfolger am 5. September

Verkehrsminister: Johnson zu stürzen, war ein schwerer Fehler

Johnson hatte Anfang Juli nach massiver Kritik aus der Partei seinen Rückzug angekündigt.
Foto: AFP
International 27.08.2022
Nachfolger am 5. September

Verkehrsminister: Johnson zu stürzen, war ein schwerer Fehler

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps hat den Sturz von Premierminister Boris Johnson trotz dessen Skandalen als schweren Fehler kritisiert.

(dpa) - Der britische Verkehrsminister Grant Shapps hat den Sturz von Premierminister Boris Johnson durch die Konservative Partei als schweren Fehler kritisiert. „Ich erkenne völlig an, dass Boris fehlerhaft ist“, sagte Shapps der Zeitung „Times“ (Samstag). Zugleich betonte er: „Wir alle sind auf unterschiedliche Weise fehlerhaft.“ Man habe schon vorher wissen können, welche Fehler Johnson hat, diese seien wegen einer Biografie bekannt gewesen.


29.07.2022, Großbritannien, Dereham: Liz Truss, Außenministerin von Großbritannien und Kandidatin um die Nachfolge von Premierminister Johnson, spricht bei einer Veranstaltung im Breckland Council im Rahmen ihrer Kampagne für das Amt des Vorsitzenden der Konservativen Partei und des nächsten Premierministers. Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Liz Truss tritt als neue Margaret Thatcher auf
Die aussichtsreichste Kandidatin für die Johnson-Nachfolge, hat ein klares Vorbild. Parallelen zur Iron Lady sind deutlich.

Der Minister sagte: „Boris war nicht immer ein Detailmensch.“ Johnson habe nicht alle Unterlagen gelesen. „Eine direktere Reaktion auf die Dinge, die schief gelaufen sind, wäre wünschenswert gewesen“, sagte Shapps. Aber man müsse das gesamte Bild beurteilen. „Er hatte diese Naturgewalt, Dinge zu erledigen“, sagte der Minister und verwies auf die Impfkampagne, die „Tausende, vielleicht Millionen von Leben weltweit“ gerettet habe, die Unterstützung für die Ukraine und „das Ausbrechen aus der Brexit-Sackgasse“. „Boris war vielleicht der einzige Mensch mit der Kraft der Persönlichkeit und Kreativität, das zu schaffen“, sagte Shapps.

Nachfolger wird am 5. September bekanntgegeben

Johnson hatte Anfang Juli nach massiver Kritik aus der Partei seinen Rückzug angekündigt. Zuvor hatten Dutzende konservative Abgeordnete aus Protest gegen seinen Führungsstil ihre Regierungsämter abgegeben. In seiner gut dreijährigen Amtszeit musste sich Johnson wegen zahlreicher Skandale rechtfertigen, darunter die „Partygate“-Affäre um illegale Lockdown-Feiern im Regierungssitz. Zum Verhängnis wurde ihm schließlich, dass er einen Parteikollegen in ein wichtiges Fraktionsamt gehievt hatte, obwohl er von Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegen den Mann wusste.


Rishi Sunak, Britain's former chancellor of the exchequer and candidate to become the next prime minister, leaves his house in west London on July 20, 2022. - The final two candidates to become UK prime minister will be decided today, with Sunak only two votes short of securing his place after yesterday's voting. (Photo by Justin TALLIS / AFP)
Rishi Sunak, der geschliffene Establishment-Tory
Der von indischen Einwanderern abstammende Sunak ist derzeit Favorit für die Johnson-Nachfolge.

Am 5. September wollen die Tories bekanntgeben, wer Johnson an der Spitze von Partei und Regierung nachfolgt. Zur Wahl stehen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak.

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