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Verhaftungen im Iran sorgen für Entsetzen in Luxemburg
International 05.08.2022
Umgang mit religiöser Minderheit

Verhaftungen im Iran sorgen für Entsetzen in Luxemburg

Israel ist das Zentrum der Bahá'í: Der Schrein des Bab und die imposante Gartenanlage prägen das Stadtbild von Haifa.
Umgang mit religiöser Minderheit

Verhaftungen im Iran sorgen für Entsetzen in Luxemburg

Israel ist das Zentrum der Bahá'í: Der Schrein des Bab und die imposante Gartenanlage prägen das Stadtbild von Haifa.
Archivfoto: Fern Morbach
International 05.08.2022
Umgang mit religiöser Minderheit

Verhaftungen im Iran sorgen für Entsetzen in Luxemburg

Angehörige der Bahá'í werden vom iranischen Regime verfolgt. Das empört deren Glaubensgenossen im Großherzogtum.

(dpa/mer) - Das repressive Vorgehen des iranischen Regimes gegen Angehörige der Bahá’í sorgt auch in Luxemburg für Empörung. „Die Bahá'í leiden im Iran seit 44 Jahren unter anhaltender Verfolgung wegen ihres Glaubens, aber die derzeitige Beschleunigung ist mehr als beunruhigend, und ein Ende ist nicht in Sicht“, sagte der Sprecher der Bahá'í-Gemeinde in Luxemburg, Jean-Pierre Schmit, am Freitag dem „Luxemburger Wort“.


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In den vergangenen Wochen hatte der iranische Geheimdienst mehrere Bahá’í-Mitglieder wegen angeblicher Spionage für Israel verhaftet. Die mystisch geprägte Bahá’í-Religion, deren Hauptsitz im israelischen Haifa ist, ist im Iran nicht anerkannt und darf nicht praktiziert werden. Die Gruppe habe im Auftrag Israels geheime Informationen gesammelt und weitergeleitet, erklärte der Geheimdienst im Staatssender IRIB am Montag. Außerdem habe die Gruppe in Kindergärten und Schulen Missionsarbeit für ihre Religion betrieben. Details zu den Verhafteten wurden nicht angegeben, aber es handelt sich wohl um Iraner.

Das Regime will Geiseln tauschen

„Die gesamte Bahá'í-Gemeinde weist diese absurden und grotesken Behauptungen zurück. Was die iranische Regierung tut, ist sowohl eine schwerwiegende Form der Unterdrückung als auch ein schamloses Beispiel für die schlimmste Form der Hassrede“, so Schmit. „Wir fordern alle auf, ihre Stimme zu erheben und ein sofortiges Ende dieser schrecklichen Akte eklatanter Verfolgung zu fordern.“


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Unter dem Vorwand der Spionage für den Erzfeind Israel wurden in den letzten Wochen auch zwei Ausländer - ein Belgier und ein Schwede - festgenommen. Dem Iran wird vorgeworfen, mit solchen Verhaftungen die Freilassung von iranischen Gefangenen im Ausland ermöglichen zu wollen. Teheran bestreitet dies und beruft sich auf das Recht, sich gegen Spionage zu wehren. 

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