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Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten
International 02.12.2020

Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten

In Luxemburg darf in einem Umkreis von 30 Metern der Feuchtgebiete nicht gejagt werden.

Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten

In Luxemburg darf in einem Umkreis von 30 Metern der Feuchtgebiete nicht gejagt werden.
Foto: LW-Archiv
International 02.12.2020

Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten

Im EU-Parlament wurde vergangene Woche entschieden, dass ab 2022 keine Bleimunition mehr in Feuchtgebieten verwendet werden darf.

(dho) - 499 Abgeordnete dafür, 153 dagegen, 39 Enthaltungen - so lautete vergangene Woche das Ergebnis der Schlussabstimmung darüber, den Gebrauch von Bleimunition in Feuchtgebieten in der gesamten Europäischen Union zu verbieten. Wie die Umweltorganisation natur&ëmwelt in einem Presseschreiben am Mittwoch mitteilt, war dies auch eine langjährige Forderung von ihr und BirdLife International. 

Innerhalb von 24 Monaten muss nun in der Union jegliche Munition, die in Feuchtgebieten verwendet wird, bleifrei sein. Die kleinen Schrotkugeln der Bleimunition werden nämlich häufig von Wasservögeln wie Schwänen, Enten und Gänsen gefressen. Die Tiere verwechseln diese mit Samen oder Kieselsteinen, die sie zur Verdauung verwenden.

In Luxemburg ist jedoch per Gesetz der Einsatz von Bleischrot innerhalb von 30 Metern Entfernung zu Sümpfen, Seen, Teichen, Reservoirs, Flüssen und Kanälen verboten. Bleischrot wird bevorzugt als Jagdmunition eingesetzt und besteht aus zahlreichen kleinen Kugeln, die gleichzeitig aus dem Gewehr geschossen werden. Nur ein kleiner Teil des abgefeuerten Bleis trifft sein Ziel. Der Rest bleibt zerstreut in der Natur zurück. 

Etwa 550 Kilogramm Blei pro Jahr durch die Jagd

Eine wirkliche Alternative zu der Munition gibt es bislang aber noch nicht, erklärte Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) in der Antwort auf eine parlamentarische Frage Mitte September durch die Abgeordneten François Benoy und Stéphanie Empain (beide Déi Gréng). Alleine in der EU gelangen durch diese Praktik jährlich etwa 21.000 - 27.000 Tonnen Blei in die Umwelt. In Luxemburg sind es zu Jagdzwecken (Fischerei ausgeschlossen) etwa 550 Kilogramm pro Jahr.


Aus für Jagd mit Bleimunition in EU-Feuchtgebieten
Ab 2022 soll das teilweise Verbot von Bleimunition in Kraft treten.

"Nach der endgültigen Zustimmung der Mitgliedstaaten kann die EU endlich Blei aus den Feuchtgebieten verbannen und Millionen von Wildvögeln vor einem langsamen, schmerzhaften Tod bewahren. Und das wird hoffentlich das Sprungbrett sein, das die EU braucht, um Bleimunition schlussendlich überall zu verbieten", so Ariel Brunner, Senior Head of Policy bei BirdLife Europe, der Dachorganisation von natur&ëmwelt. 

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