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Verbissener Kampf um Aleppo
Tausende Soldaten sind im Einsatz, doch die Regimetruppen können den Rebellen in Aleppo kaum Terrain abtrotzen.

Verbissener Kampf um Aleppo

Foto: Ugarit News dpa
Tausende Soldaten sind im Einsatz, doch die Regimetruppen können den Rebellen in Aleppo kaum Terrain abtrotzen.
International 2 Min. 29.07.2012

Verbissener Kampf um Aleppo

Trotz heftiger Kämpfe ist die Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen Aufständische in Aleppo am Sonntag nicht vorangekommen. „Unsere Positionen sind unverändert“, sagte der Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi der Deutschen Presse-Agentur.

(dpa) - Trotz heftiger Kämpfe ist die Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen Aufständische in Aleppo am Sonntag nicht vorangekommen. „Unsere Positionen sind unverändert“, sagte der Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi der Deutschen Presse-Agentur.

Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten Raketenwerfer, Helikopter und Kampfjets eingesetzt. Ihre Angriffe konzentrierten sich auf den Zugang zum südwestlichen Randbezirk Salaheddin, einer Hochburg der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA). Ein entscheidender Vorstoß sei ihnen aber bislang nicht gelungen, sagte Al-Halebi.

Schwere Kämpfe seien am Sonntag auch am nördlichen Rand von Aleppo aufgeflammt, berichteten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London. Regimetruppen griffen die FSA-Stellungen in den Stadtteilen Bab al-Hadid, Al-Sahara and Al-Arkub an. Die Rebellen zerstörten nach eigenen Angaben mehrere Panzer. Bilder von den ausgebrannten Wracks tauchten im Internet auf. Von unabhängiger Seite ließ sich das wegen der Kriegssituation nicht bestätigen.

Offensive in Aleppo begonnen

Die Regierungstruppen hatten am Vortag mit ihrer seit Tagen erwarteten Offensive in Aleppo begonnen. Unterstützt von Kampfjets, Hubschraubern und schwerer Artillerie waren Panzer und Soldaten gegen die FSA-Stellungen vorgerückt. Die FSA-Kämpfer schlugen die Attacken nach eigene Angaben zurück. Nach Darstellung der Menschenrechtsbeobachter wurden am Samstag in Aleppo 17 Zivilisten, 13 Aufständische und eine ungenannte Anzahl Regierungssoldaten getötet.

Der Vorsitzende des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC), Abdel Baset Seida, warnte indessen vor einem möglichen Massaker der Regimekräfte in Aleppo. „Die internationale Gemeinschaft wird die Verantwortung dafür tragen, wenn es passiert“, sagte der Exil-Politiker am späten Samstagabend auf einer Pressekonferenz in Abu Dhabi.

Reaktion auf die andauernden Kämpfe

Als Reaktion auf die andauernden Kämpfe hat die syrische Regierung die Sicherung ihrer Chemiewaffendepots verstärkt und Teile ihres Arsenals verlegt. Das geht nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ aus Erkenntnissen westlicher Geheimdienste hervor. Ein Teil der Chemiewaffen, darunter die Nervengifte VX und Sarin, sei von einem Militärflugplatz in der Nähe der Rebellenhochburg Homs in ein besser geschütztes Lager gebracht worden. Das Regime in Damaskus hatte zuletzt beteuert, seine Chemiewaffen nicht einsetzen zu wollen.

Die bedrängte syrische Führung sucht derweil Beistand im Iran. Assads Außenminister Walid al-Muallem hielt sich am Sonntag zu Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Ali-Akbar Salehi und Said Dschalili vom Nationalen Sicherheitsrat in Teheran auf. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Teheran hat sich bereiterklärt, jeden Friedensplan für Syrien zu unterstützen, bei dem Assad an der Macht bleibt.

Fars-Meldung auf Farsi