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Venezuelas Präsident wirft US-Topdiplomaten aus dem Land
Die US-Botschaft in Caracas taken on May 22, 2018 after President Nicolas Maduro announced the expulsion of the top two US diplomatic representatives in Venezuela after being officially proclaimed the winner of Sunday's election, while the national flag flies at half-mast in honour of the victims of the shooting at a school in Santa Fe, Texas. Maduro ordered the expulsion of the top two US diplomatic representatives in Venezuela, angrily rejecting economic sanctions imposed by Washington over his re-relection. / AFP PHOTO / Federico PARRA

Venezuelas Präsident wirft US-Topdiplomaten aus dem Land

Foto: AFP
Die US-Botschaft in Caracas taken on May 22, 2018 after President Nicolas Maduro announced the expulsion of the top two US diplomatic representatives in Venezuela after being officially proclaimed the winner of Sunday's election, while the national flag flies at half-mast in honour of the victims of the shooting at a school in Santa Fe, Texas. Maduro ordered the expulsion of the top two US diplomatic representatives in Venezuela, angrily rejecting economic sanctions imposed by Washington over his re-relection. / AFP PHOTO / Federico PARRA
International 22.05.2018

Venezuelas Präsident wirft US-Topdiplomaten aus dem Land

Die umstrittene Wiederwahl des sozialistischen Präsidenten Venezuelas hat auf der ganzen Welt für Empörung gesorgt. Das Weiße Haus reagierte mit handfesten Wirtschaftssanktionen. Jetzt kommt die Retourkutsche aus Caracas.

(dpa) - Nach den neuen US-Sanktionen gegen Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro den obersten US-Diplomaten des Landes verwiesen. Er erklärte den Geschäftsträger Todd Robinson am Dienstag zur unerwünschten Person und forderte ihn auf, innerhalb von 48 Stunden das Land zu verlassen. Auch den Chef der politischen Abteilung der US-Botschaft in Caracas, Brian Naranjos, rief er zur Ausreise auf.

Maduro warf den Diplomaten Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas vor. „Mit den Sanktionen will die US-Regierung ihre Aggressionen gegen Venezuela ausweiten“, sagte Maduro. „Ich weise diese Verschwörung zurück. Venezuela darf nicht bedroht werden.“

Die USA gehören zu den schärften Kritikern der sozialistischen Regierung in Venezuela: Nach Maduros umstrittener Wiederwahl am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump weitere Sanktionen verhängt. Sie sollen bestehende US-Maßnahmen ergänzen. Der Regierung in Caracas sollten weitere Möglichkeiten verbaut werden, an frisches Geld zu kommen, erklärten Vertreter der US-Regierung.


TOPSHOT - Venezuelan President Nicolas Maduro gestures after the National Electoral Council (CNE) announced the results of the voting on election day in Venezuela, on May 20, 2018.
President Nicolas Maduro was declared winner of Venezuela's election Sunday in a poll rejected as invalid by his rivals, who called for fresh elections to be held later this year. With more than 90 percent of the votes counted,  Maduro had 67.7 percent of the vote, with his main rival Henri Falcon taking 21.2 percent, the National Election Council chief Tibisay Lucena announced. / AFP PHOTO / Juan BARRETO
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Konkret wird allen US-Firmen und -Bürgern untersagt, der Regierung Venezuelas dabei zu helfen, Besitz- oder Anlagegüter zu verkaufen. Gleiches gilt für die Zentralbank und die Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela. Ein US-Regierungsvertreter sagte, Mitglieder von Maduros Regierung würden zu ihrer eigenen Bereicherung „alles verkaufen, was nicht festgeschraubt ist“.

Maduro war nach Angaben des Wahlamts am Sonntag mit 68 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Die Opposition und zahlreiche Staaten verurteilten die Abstimmung allerdings als undemokratisch und erkannten das Ergebnis nicht an. Bereits im vergangenen Jahr hatte Maduro das von der Opposition kontrollierte Parlament entmachten und Proteste gegen seine Regierung blutig niederschlagen lassen.

Mehrere lateinamerikanische Staaten riefen nach der umstrittenen Wahl ihre Botschafter aus Caracas für Konsultationen zurück. „Das waren nicht die freien, fairen und transparenten Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Rande des G20-Außenministertreffens in Buenos Aires. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kritisiert die Präsidentenwahl in Venezuela als intransparent und unglaubwürdig.


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