Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Venezuela: Zahlreiche Staaten erkennen Guaidó an
Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland, die peruanische Vizepräsidentin Mercedes Araoz, der kolumbianische Präsident Ivan Duque and der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro (v.l.) vor der Presse in Davos.

Venezuela: Zahlreiche Staaten erkennen Guaidó an

Foto: AFP
Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland, die peruanische Vizepräsidentin Mercedes Araoz, der kolumbianische Präsident Ivan Duque and der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro (v.l.) vor der Presse in Davos.
International 23.01.2019

Venezuela: Zahlreiche Staaten erkennen Guaidó an

Mehrere südamerikanische Staaten sowie Kanada sind dem Beispiel der USA gefolgt und haben Juan Guaidó offiziell als Interimspräsidenten Venezuelas anerkannt. Die EU hält sich dagegen zurück.

(dpa/tom) - Mehrere lateinamerikanische Staaten haben den venezolanischen Parlamentschef Juan Guaidó als Übergangspräsidenten des südamerikanischen Landes anerkannt. Zu den Staaten, die nach den USA verlautbarten, dass sie Guaidó  anerkennen, gehören Brasilien, Kolumbien, Paraguay, Argentinien, Chile, Peru, Ecuador und Guatemala.  

Er wolle seine Unterstützung für die Entscheidung Guaidós ausdrücken, schrieb Argentiniens Präsident Mauricio Macri am Mittwoch auf Twitter. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sei Teil des Problems und nicht der Lösung, erklärte Chiles Präsident Sebastian Piñera ebenfalls auf Twitter. Der einzige Weg zu Frieden in Venezuela führe über freie Wahlen, so Piñera.  


Juan Guaido erklärt sich auf einer Kundgebung gegen Nicolas Maduro zum "Interims-Präsidenten".
Venezuela: Oppositionsführer erklärt sich zum Präsidenten
Der junge Parlamentschef Guaidó stellt die Macht von Präsident Maduro offen in Frage. Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ist ihm sicher. Doch Maduro kann noch immer auf die Hilfe des mächtigen Militärs setzen.

Auch Kanada wolle Guaidó anerkennen, hieß es aus dem kanadischen Außenministerium. Eine offizielle Erklärung lag allerdings zunächst nicht vor. Mexiko und Bolivien lehnten den Vorstoß dagegen ab.  

In Deutschland hat der Grünen-Politiker Cem Özdemir  Cem Özdemir die Bundesregierung aufgerufen, Juan Guaidó als Übergangspräsidenten anzuerkennen. "Und wir sollten dem leidgeprüften Land schnell helfen beim Wiederaufbau, der jetzt ansteht", sagte Özdemir am Mittwochabend der "Bild"-Zeitung. 

EU hält sich zurück: Anerkennung ist Ländersache

Die Europäische Union wollte sich am Mittwochabend nicht offiziell zu dem Machtkampf in Venezuela äußern, der zwischen Staatschef Nicolás Maduro und Parlamentspräsident Juan Guaidó entflammt war, nachdem Guaidó sich zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Die EU folgte der Entscheidung der USA und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die Guaidó anerkannten, zunächst nicht. Als Grund dafür galt die Tatsache, dass eine Anerkennung von ausländischen Staats- und Regierungschefs in der EU in der Regel die Sache von Nationalstaaten ist. Eine Abweichung von dieser Praxis wäre nur durch eine einstimmige Entscheidung aller 28 Mitgliedstaaten möglich.


Venezuela's President Nicolas Maduro (C), speaks to a crowd of supporters to announce his is breaking off diplomatic ties with the United States, during a gathering in Caracas on January 23, 2019. - Venezuela President Nicolas Maduro announced on Wednesday he was breaking off diplomatic ties with the United States after counterpart Donald Trump acknowledged opposition leader Juan Guaido as the South American country's "interim president." (Photo by Luis ROBAYO / AFP)
Maduro: "Hier ergibt sich niemand"
Die Staatskrise in Venezuela steht vor der völligen Eskalation. Staatschef Nicolás Maduro beharrt auf seiner Präsidentschaft und der Souveränität Venezuelas. Die diplomatischen Beziehungen zu den USA sind abgebrochen.

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sagte am Abend lediglich: "Wir beobachten die Entwicklungen in Venezuela sehr aufmerksam und sind in engem Kontakt mit den Mitgliedstaaten und Partnern."


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Venezuelas Opposition redet Militär ins Gewissen
Die Streitkräfte stehen vor der Gretchenfrage: Wie verhalten sie sich, wenn Lebensmittel und Medikamente die Grenze erreichen? Lassen sie die Lieferungen passieren, wäre Staatschef Maduro bloßgestellt.
Venezuela steckt in einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen fehlender Devisen kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren.
Neue Kraftprobe in Venezuela
Sind Maduros Tage gezählt? Mit einer neuen Großdemonstration will Parlamentspräsident Guaidó den Machthaber in Caracas in die Knie zwingen.
Am Samstag werden Massendemonstrationen in Caracas erwartet.
Maduro: "Hier ergibt sich niemand"
Die Staatskrise in Venezuela steht vor der völligen Eskalation. Staatschef Nicolás Maduro beharrt auf seiner Präsidentschaft und der Souveränität Venezuelas. Die diplomatischen Beziehungen zu den USA sind abgebrochen.
Venezuela's President Nicolas Maduro (C), speaks to a crowd of supporters to announce his is breaking off diplomatic ties with the United States, during a gathering in Caracas on January 23, 2019. - Venezuela President Nicolas Maduro announced on Wednesday he was breaking off diplomatic ties with the United States after counterpart Donald Trump acknowledged opposition leader Juan Guaido as the South American country's "interim president." (Photo by Luis ROBAYO / AFP)