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Venezuela blockiert im Streit um Hilfsgüter Brücke nach Kolumbien
International 11 06.02.2019

Venezuela blockiert im Streit um Hilfsgüter Brücke nach Kolumbien

Mit einem Tanklaster und Containern wurde eine wichtige Verbindung nach Kolumbien blockiert. Präsident Nicolás Maduro lehnt jede humanitäre Hilfe ab.

(dpa) - Inmitten des Streits um humanitäre Hilfe für Venezuela haben die Behörden des südamerikanischen Landes eine Autobrücke zum Nachbarland Kolumbien blockiert. Die Brücke Tienditas nahe der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta wurde mit dem Auflieger eines Tanklastzugs und zwei Containern gesperrt, wie kolumbianische Medien am Mittwoch berichteten. Die Brücke war 2016 fertiggestellt, aber nie in Betrieb genommen worden. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte die Grenzübergänge für Fahrzeuge bereits im Sommer 2015 schließen lassen.

US-Außenminister Mike Pompeo hat Maduro aufgefordert, die Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung in seinem Land nicht zu blockieren. „Das venezolanische Volk braucht dringend humanitäre Hilfe“, schrieb Pompeo am Mittwoch auf Twitter. Die USA und andere Staaten versuchten zu helfen, unter Maduros Befehl blockiere Venezuelas Militär die Lieferungen aber. „Das Maduro-Regime muss die Hilfe die verhungernden Menschen erreichen lassen.“ Pompeo verbreitete auf Twitter ein Foto einer Brücke, auf der Barrikaden aufgebaut sowie Schiffscontainer und der Anhänger eines Tankwagens quergestellt sind.

Die US-Regierung hatte im vergangenen Monat Parlamentspräsident Juan Guaidó als Interims-Staatschef anerkannt und Maduro jede Legitimität abgesprochen. Maduro kritisierte die geplanten Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung als „politische Show“. Die humanitäre Hilfe sei lediglich ein Vorwand für eine US-Militärintervention in Venezuela, sagte er dem Fernsehsender Russia Today. Nach den USA stellten sich viele lateinamerikanische Staaten und die meisten EU-Länder hinter Guaidó. Maduro hingegen kann auf die Unterstützung Chinas und Russlands sowie der mächtigen Militärs setzen.


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Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó will in den kommenden Tagen humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung von Kolumbien nach Venezuela schaffen lassen. Präsident Maduro lehnt das ab. Er hält die Lieferungen für einen Vorwand für eine US-Militärintervention in dem Land.

Guaidó hatte sich vor zwei Wochen selbst zum Übergangspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit offen herausgefordert. Die USA, viele lateinamerikanische Staaten und die meisten EU-Länder stellten sich bereits hinter den jungen Parlamentschef. Maduro hingegen kann auf die Unterstützung Chinas und Russlands sowie der mächtigen Militärs setzen.



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