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Venedig steht zu zwei Dritteln unter Wasser
International 1 2 Min. 17.11.2019

Venedig steht zu zwei Dritteln unter Wasser

Überflutete Arkadengänge am Markusplatz am Sonntag.

Venedig steht zu zwei Dritteln unter Wasser

Überflutete Arkadengänge am Markusplatz am Sonntag.
Foto: AFP
International 1 2 Min. 17.11.2019

Venedig steht zu zwei Dritteln unter Wasser

Die Menschen sind es leid. Seit Tagen fluten Wassermassen Venedig. Nun geht es weiter. Der Bürgermeister richtet einen Appell an Klimaforscher.

(dpa) - Venedig ist zum dritten Mal innerhalb einer Woche überflutet worden. Am Sonntag sei das Wasser auf 150 Zentimenter über den normalen Meeresspiegel gestiegen, erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro. Damit waren rund 70 Prozent der Unesco-Welterbestadt unter Wasser. 

Der Markusplatz als tiefster Punkt der Stadt wurde erneut geflutet und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Städtische Museen waren geschlossen. Der öffentliche Verkehr war stark eingeschränkt.

Foto: AFP

Brugnaro hatte zur „maximalen Vorsicht“ aufgerufen. Die Lage sei aber unter Kontrolle. Die Menschen würden sich nicht entmutigen lassen. „Die Venezianer gehen nur zum Beten in die Knie“, erklärte er. 

Ich will einen großen Appell an die Wissenschaftler richten: kommt hier her.

Bürgermeister Luigi Brugnaro

Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren verheerende Schäden in Venedig angerichtet und Kulturschätze zerstört. Fast jede zweite Kirche wurde beschädigt. Das Wasser war getrieben von starkem Wind auf bis zu 187 Zentimeter über den normalen Meeresspiegel gestiegen. Am Freitag fluteten Wassermassen dann erneut einen Großteil der Unesco-Welterbestadt. Für die kommenden Tage ist leichte Entspannung angesagt.

Brugnaro sagte, auch aus dem Ausland komme viel Hilfe, darunter aus Russland. Der Bürgermeister will ein weltweites Zentrum für Klimawandel-Studien in Venedig einrichten, das sich auch mit der Wasserverschmutzung beschäftigen solle. „Ich will einen großen Appell an die Wissenschaftler richten: kommt hier her.“

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Unterdessen tobten in fast ganz Italien Unwetter mit Sturm und heftigen Niederschlägen. In Südtirol herrschte Schneechaos, eine Lawine traf ein Dorf. Die Schneemassen hätten sich durch die Straßen von Martell gedrückt, sagte Bürgermeister Georg Altstätter der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe aber keine Verschütteten. Häuser seien beschädigt und Menschen in Sicherheit gebracht worden. „Die Lage ist prekär.“ 


14.11.2019, Italien, Venedig: Der Dogenpalast spiegelt sich im Hochwasser auf dem Markusplatz. Der italienische Zivilschutz warnte vor neuen Unwettern mit starkem Wind in der Region Venetien. Der Wasserstand sollte allerdings bei weitem nicht das Rekord-Niveau wie in der Nacht zu Mittwoch erreichen. Foto: Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach historischem Hochwasser: Ärger um Venedigs unvollendeten Flutschutz
Touristen sagen Reisen ab, Bewohner sind geschockt über das Ausmaß der Schäden. Viele sind wütend über das Versagen der Politik. Schließlich wird seit Jahren über den Flutschutz diskutiert.

Möglich sei, dass sich weitere Lawinen lösen. Das Dorf mit rund 900 Einwohnern sei von der Außenwelt abgeschnitten. In mehreren Orten fiel der Strom aus. 

Auch die Brennerautobahn - die wichtigste Verbindungsstraße zwischen Italien und Österreich - war vorübergehend zwischen Brixen und Sterzing gesperrt, teilte die Verkehrsleitzentrale mit. Es herrsche im Großteil Südtirols große Lawinengefahr Stufe 4, erklärte Landesmeteorologe Dieter Peterlin auf Twitter.

In Südtirol herrschte Schneechaos, eine Lawine traf das Dorf Martell.
In Südtirol herrschte Schneechaos, eine Lawine traf das Dorf Martell.
Foto: Peter Altstätter/Gemeinde Martell

Auch weiter im Süden des Landes war Alarm angesagt. Über Rom fegte in der Nacht ein Sturm. Zahlreiche Bäume kippten um. In Florenz stieg der Fluss Arno bedrohlich. Auch in anderen Gegenden der Toskana herrschte Angst. In Grosseto wurden Dächer abgedeckt, wie die Feuerwehr mitteilte. Menschen mussten mit Motor-Schlauchbooten gerettet werden. Bei Bologna in Budrio drohte ein Deich zu brechen.



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